Schule

Temporäre Bauten bringen Entlastung bei Schulplätzen

Container und Modulbauten lösen keine Begeisterung aus, aber sie helfen doch. Die Überbelegung von Klassen soll dadurch seltener werden

In Spandau werden dringend Schulplätze gebraucht.

In Spandau werden dringend Schulplätze gebraucht.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Berlin. In den Schulen der Hauptstadt ist es voll – aber das soll sich bald verbessern. „Es wird uns im Vergleich zum abgelaufenen Schuljahr gelingen, die Belastung künftig deutlich zu reduzieren“, sagte Bildungsstaatssekretärin Beate Stoffers (SPD) am Freitag im Hauptausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Und sie brachte auch Zahlen mit. So habe das rechnerische Schulplatzdefizit im letzten Schuljahr 2018/19 bei 6854 Schulplätzen gelegen. Allerdings waren die Bezirke unterschiedlich stark betroffen – so fehlen gerade in Bezirken wie Pankow, Spandau oder Lichtenberg viele Schulplätze. In diesen Bezirken sind die Schulen, gerade auch die Grundschulen, oft überbelegt. Denn um das Defizit auszugleichen, werden mehr Kinder in eine Klasse gesteckt oder eine zusätzliche Klasse aufgemacht, die man dann in Teilungsräumen unterrichtet.

Doch Maßnahmen wie Container und Mobile Ergänzungsbauten griffen nun endlich, so Staatssekretärin Stoffers. 3500 zusätzliche Schulplätze seien durch temporäre Maßnahmen der Bezirke entstanden. Außerdem entstünden in den nächsten zwei Jahren durch Neu- und Erweiterungsbauten 1248 Schulplätze mehr als erwartet: insgesamt dann 19.346. Das werde sich bemerkbar machen. „Die höhere Belegung soll so bis 2021 um gut 2000 Plätze abgesenkt werden“, heißt es aus der Senatsbildungsverwaltung.

Kritik kommt von der Opposition – es gehe um Qualität

„Es ist zu begrüßen, dass die Problematik der fehlenden Schulplätze in Berlin vorerst gelöst ist. Jedoch bleibt die Frage bestehen, zu welchen Konditionen?“, kommentierte Paul Fresdorf, Bildungsexperte der Berliner FDP. Container und Modulbauten seien keine idealen Lernorte. Wichtiger sei es, Schulbau und -sanierung voranzutreiben. Deshalb schlägt die FDP eine landeseigene „Infrastrukturgesellschaft Schule“ vor.

Auch die Berliner CDU äußerte sich kritisch. „Es fehlen nicht nur Schulplätze, sondern vor allem gut ausgebildete Pädagogen“, sagte deren bildungspolitischer Sprecher, Dirk Stettner. Mehr als 2000 Lehrer pro Jahr bis 2026/27 würden in der Hauptstadt gebraucht, errechnete aktuell die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Stettner schlug vor, Lehrer aus anderen Bundesländern mit einer „Willkommensprämie“ anzulocken: 5000 Euro und ein zweijähriges gratis BVG-Ticket für die Zonen AB und C.