Kampagne

Mit diesen Sprüchen werben Polizisten für ein besseres Image

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Die Polizei Berlin hatte intern zu einem Ideenwettbewerb aufgerufen. 632 Vorschläge gingen ein - das sind die besten Sprüche.

Die Berliner Polizei macht Werbung mit echten Polizistinnen und Polizisten. Mit acht Plakatmotiven und verschiedenen Slogans versucht die Behörde ihr Image zu verbessern. Bei einem Polizeitaucher heißt es: „Kann See. Kann Spree.“ Bei dem Mitglied der Fahrradstaffel steht: „Kann 42 km. Kann 50 km/h.“ Zwei Polizistinnen werden vorgestellt mit: „Kann 1. Mai. Kann 1. Schultag.“ und „Kann Zehnfinger. Kann Langfinger.“

Doch es gab noch viele weitere Sprüche. Die Behörde hatte intern zu einem Kreativwettbewerb aufgerufen. Nach Informationen der Berliner Morgenpost war die Resonanz viel größer als erhofft. 677 Einsendungen mit 632 Slogans landeten auf dem Schreibtisch der Behördenleitung – darunter viele lustige, zum Teil auch schräge Einsendungen.

Gewinner bekommen ein Fotoshooting vor Präsidium

Nicht alle schafften es in die offizielle Auswahl. Dabei verraten die eingereichten Sprüche viel über die Behörde selbst und offenbaren auch Themen, die den Beamten wichtig sind. Die Einsendungen zeigen Probleme aus dem Arbeitsalltag („Kann Windelwechsel – Kann Schichtwechsel“), die Vielfältigkeit des Berufs („Kann 100 Gramm – Kann Instagram“) und die unterschiedlichen Anforderungen an die Polizisten („Kann im Schmutz – kann in Schutz“). Intern wird über die besten Einsendungen bis Ende dieser Woche abgestimmt. Die Gewinner sollen dann vor dem Platz der Luftbrücke fotografiert werden. Was mit den Slogans dann passiert, ob sie eventuell noch offiziell veröffentlicht und einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden, ist noch unklar.

Kampagne kostet der Polizei etwa 200.000 Euro

Die offizielle Kampagne wurde von der Polizei in Zusammenarbeit mit einer Berliner Werbeagentur erstellt. Sie kostete die Polizei etwa 200.000 Euro. Polizeipräsidentin Barbara Slowik erklärte bei der Vorstellung der neuen Kampagne im August dieses Jahres, die Polizei trete in der Kampagne „ernsthafter“ als in früheren Werbefilmen auf. Das spiegele sich auch in den Gesichtern der Kollegen auf den Plakaten wider. „Damit soll in der Tat der Respekt gesteigert werden, um auch Gewalt gegen Polizeiangehörige zu senken.“ Sie fügte hinzu: „Nur wer sich selber ernst nimmt, wird ernst genommen.“

Die Kampagne solle auch nach Innen wirken und das Selbstbewusstsein der Polizisten stärken. In der Vergangenheit gab es unter anderem Kritik an der Selbstdarstellung der Berliner Polizei, die gerade in den sozialen Netzwerken einen sehr lockeren Umgangston pflegt.

Werbefilm läuft in den Kinos

Neben den Plakatmotiven gibt es außerdem einen Film, der in den Kinos laufen soll. Er zeigt in 40 Sekunden und zahlreichen kurzen Szenen die Bandbreite der Polizeiarbeit: Streifendienst, Verkehrslenkung, Fahrradstaffel, Demonstrationseinsätze, Spezialeinsatzkommando SEK, Kriminalpolizei, Wasserschutzpolizei, Begleitung von Fußballspielen und Staatsbesuchen. Dazu werden kurze Slogans eingeblendet: „Kann SEK“, „Kann 1. Mai“ oder „Kann Schnee“ – zu Bildern eines Kokainfundes.

Mit der Kampagne buhlt die Behörde auch um dringend benötigten Nachwuchs. Laut Innensenator Andreas Geisel (SPD) sollen bis 2021 in Berlin wieder 18.000 Polizisten auf der Straße sein. 2000 mehr als bei seinem Amtsantritt.