Feinschmecker-Festival

„Eat! Berlin“: Eine Stadt im Zeichen des Genusses

Im Februar 2020 startet zum neunten Mal die „Eat! Berlin“. Das Programm kann sich erneut sehen lassen.

Markus Herbicht („Schmelzwerk“), Festivalleiter Bernhard Moser, Jörg Frankenhäuser („Kochzimmer“), Tim Raue („Tim Raue“), Ralf Zacherl („Schmidt Z & Ko“) und Hendrik Otto („Lorenz Adlon Esszimmer“) bei der Pressekonferenz des Feinschmeckerfestivals „Eat! Berlin“ vor dem Restaurant „Ella“

Markus Herbicht („Schmelzwerk“), Festivalleiter Bernhard Moser, Jörg Frankenhäuser („Kochzimmer“), Tim Raue („Tim Raue“), Ralf Zacherl („Schmidt Z & Ko“) und Hendrik Otto („Lorenz Adlon Esszimmer“) bei der Pressekonferenz des Feinschmeckerfestivals „Eat! Berlin“ vor dem Restaurant „Ella“

Foto: Jörg Krauthöfer

Berlin. Wenn alljährlich das Programm der kommenden „Eat! Berlin“ vorgestellt wird, dann füllt sich ein Restaurant in Berlin für ein paar Stunden in der Regel mit mehr Sternen, Hauben, Punkten und Kochlöffeln, als jemals sonst an einem Ort zusammenkommen – außer bei einer Gala des „Michelin“ oder „Gault & Millau“. So auch am Dienstag im „Ella“, dem neuen Restaurant im Hotel Steigenberger am Kanzleramt. Händeschütteln und Smalltalk zwischen Tim Raue („Tim Raue“, „Brasserie Colette“, „Villa Kellermann“), Marco Müller („Rutz“), Hendrik Otto („Lorenz Adlon Esszimmer“), Florian Glauert („The Duke“), Ralf Zacherl („Schmidt Z & Ko“), Markus Herbicht („Schmelzwerk“), Gal Ben Moshe („Prism“) und Jörg Frankenhäuser („Kochzimmer“).

Diese Sterne- und Punktedichte liegt vor allem an dem hochkarätigen Programm, das Festivalchef Bernhard Moser Jahr für Jahr auf die Beine stellt. Vom 20. Februar bis zum 1. März 2020 gibt es beim Festival 72 Veranstaltungen mit weit über 100 Köchen, 700 Punkten im „Gault & Millau“ und 55 Michelin-Sternen. Und so bedankte sich Moser auch, dass die Köche sich alle die Zeit genommen hätten, zu kommen, das sei nicht selbstverständlich.

Tim Raue serviert Nutria bei der „Eat! Berlin“

Eine Auswahl aus dem Programm: Tim Raue bestreitet gleich fünf Veranstaltungen, darunter ist er auch einer der Teilnehmer der „Tour de Cuisine“ zum Thema Invasive Arten. Auf dem Menü stehen vier Arten, die sich in Berlin breitgemacht haben: die Sumpfkrebse, die am Foodtruck „Holycrab“ serviert werden, die Nilgans im „Cordo“, das Nutria bei Tim Raue und der Knöterich im „Jubel“. Tatsächlich habe er schon mal Nutria gegessen, sagte Raue. Es sei ihm vor knapp 20 Jahren „über den Weg gelaufen“. Der Geschmack erinnere an Hase.

Highlight der fünf Raue-Termine dürfte aber wohl der Abend mit Abdullah Sobah sein, dem besten Küchenchef der Malediven, der extra nach Berlin kommt und im „Tim Raue“ kocht. Das 6-Gang-Menü schlägt allerdings auch mit atemberaubenden 420 Euro pro Person zu Buche. Ähnlich hochpreisig ist der Abend unter dem Motto „Dicke Eier“. Es geht um Kaviar (375 Euro). Zudem wird es einen Lunch in der „Villa Kellermann“ in Potsdam von Günther Jauch geben und am gleichen Abend „L’Assiette im Colette“ mit dem französischen Koch David Rathgeber (je 160 Euro).

Weiterer Höhepunkt: „Wenn morgens die Sterne aufgehen“. Zwei-Sterne-Koch Hendrik Otto wird mit Philipp Vogel im „Orania“ in Kreuzberg ein Frühstück ausrichten, bei dem ein ganzes Lamm im Innenhof des Hotels auf den Grill kommt. „Ich glaube, das wird ein spannender Lunch sein“, sagt Otto. Das 8-Gänge-Menü wird von Tee, Cocktails und Wein begleitet (140 Euro).

Marco Müller und Heinz Beck lassen das „Harlekin“ wieder aufleben

Auch Zwei-Sterne-Koch Marco Müller ist mit von der Partie: Zusammen mit Drei-Sterne-Koch Heinz Beck lässt er die Zeiten des legendären „Harlekin“ im Hotel „Esplanade“ wieder aufleben, in dem beide einmal gearbeitet haben (330 Euro) und in dem Sommelierlegende Lars Rutz tätig war, nach dem das „Rutz“ benannt ist.

Auch im „Alten Zollhaus“ wird Müller kochen, das im kommenden Jahr eine Dependance des „Rutz“ wird. Ein 5-Gänge-Menü mit Risikofaktor, denn es könnte sich auch um eine Baustellenparty handeln. „Wir wissen einfach noch nicht, ob wir da schon einen Herdblock haben werden“, sagt Müller. (119 Euro). „Nordlust“ gibt es im Sternerestaurant „Savu“ von Sauli Kemppainen am Kudamm, zu Gast ist hier Sternekoch Björn Swanson vom „Golvet“. Die sechs Gänge werden allerdings noch nicht verraten (159 Euro).

"Kreuzberg kocht" und ein Streifzug durch das Elsass

Neben all den hochklassigen und hochpreisigen Events geht es auch günstiger. Die Astor Film Lounge am Kurfürstendamm bietet „Genussvolles Kino“ mit zwei Filmen, drei Gängen und der „Rettung des Mittagsweins“ (50 Euro). Markus Herbicht bereitet im „Schmelzwerk“ ein „Lunch Alsacienne“, ein Elsässer Lunch, mit Schäufele, Patés, Sauerkraut und Schnecken – ein Streifzug durch das Elsass, mit „traumhaften Gerichten“, wie Herbicht schwärmt (79 Euro).

Mit Thomas Kurt, Dennis Liebermann, Pasquale Ciccarelli und Herbert Beltle richtet er zudem wieder „Kreuzberg kocht“ aus. Die Gerichte bei dieser seit Jahren beliebten Veranstaltung kosten um die zehn Euro.

Zwei Veranstaltungen auch in Steglitz-Zehlendorf

Musikalisch wird es im „Schmidt Z & Ko“ in Friedenau. Ralf Zacherl, Mario Kotaska und Marcel Woest servieren fünf Gänge, die Gäste sitzen auf speziellen Stühlen, die als Trommeln dienen und begleiten zwei Künstler bei ihrem Mix aus Musik und Comedy.

Besonderen Grund zur Freude hatte übrigens Cerstin Richter-Kotowski (CDU), die Bezirksbürgermeisterin von Steglitz-Zehlendorf. Denn zum ersten Mal gastiert die „Eat! Berlin“ auch im Südwesten Berlins. Letztes Jahr habe sie sich geärgert, dass ihr Bezirk nicht dabei gewesen sei, sagte sie am Dienstag. Jetzt sind es gleich zwei Events: ein Dinner im Schloßpark-Theater mit Sonja und Peter Frühsammer (179 Euro) und im Wrangelschlösschen. Dort ist das Schloss Prielau zu Gast beziehungsweise dessen „Mayer’s Restaurant“ (179 Euro).

Das Programm und Tickets unter: www.eat-berlin.de