Stadtentwicklung

Linke stimmen gegen den „Hochhaus-Wahnsinn“ in Berlin

Ob am Alexanderplatz, am Kurfürstendamm oder am Hermannplatz: Die Berliner Linke lehnt die Bauvorhaben des Karstadt-Eigners Benko ab.

Die Signa will das alte Karstadt-Warenhaus am Hermannplatz abreißen und nach historischem Vorbild mit zwei Turmbauten neu errichten.

Die Signa will das alte Karstadt-Warenhaus am Hermannplatz abreißen und nach historischem Vorbild mit zwei Turmbauten neu errichten.

Foto: ChipperfieldArchitects

Berlin. Einstimmig mit nur drei Enthaltungen hat die Berliner Linke auf ihrem Parteitag am Sonnabend einen Beschluss gefasst, der den „Hochhauswahnsinn am Hermannplatz, am Kurfürstendamm und am Alexanderplatz stoppen“ soll. Eingebracht haben den Antrag die Bezirksverbände von Charlottenburg-Wilmersdorf und Neukölln.

Konkret richtet sich der Antrag gegen die Bauvorhaben des Karstadt-Eigners René Benko und seiner Projektentwicklungsgesellschaft Signa. Die Signa plant am Hermannplatz den Abriss des alten Karstadt-Warenhauses auf der Bezirksgrenze von Kreuzberg und Neukölln.

Der Neubau soll an das historische Warenhaus aus den 20er-Jahren mit zwei markanten Eck-Türmen erinnern. Am Kurfürstendamm 231 plant die Signa ebenfalls den Abriss des alten Karstadt-Warenhauses aus den 70er-Jahren. Stattdessen soll ein neues Quartier mit drei Hochhaustürmen der Größenkategorie 100, 120 und 150 Meter Platz finden. Und auch am Galeria Karstadt Kaufhof-Warenhaus am Alexanderplatz soll es nach den Plänen von Signa hoch hinaus gehen. An der Ecke zur Karl-Liebknecht-Straße soll ein 130 Meter hohes Gebäude entstehen.

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Berliner Linke über Signa-Pläne: "Absurde Investorenträume"

„Signa geht es nicht um Stadtentwicklung. Signa will nur auf Kosten der Kiezstrukturen absurde Investorenträume realisieren“, begründete Niklas Schenker vom Bezirksverband Charlottenburg den Antrag. Die Linke dagegen setze sich für eine behutsame Weiterentwicklung des Hermannplatzes, der City-West und City Ost ein.

Beim Koalitionspartner SPD beurteilt man das Engagement der Signa gänzlich anders: „Berlins Stadtentwicklung bietet viele fantastische Chancen“, sagte Daniel Buchholz. „Dabei Hochhäuser von vornherein auszuschließen, halte ich für einen Fehler.“ Das gelte auch für die Signa-Projekte. „Ich beurteile einen Investor danach, was ich verbindlich mit ihm vereinbaren kann – etwa über städtebauliche Verträge“, sagte Buchholz.