Klimawandel

Klimaschäden in Parks sollen bundesweit erfasst werden

Der Klimawandel hat auch Folgen für die Gärten und Parkanlagen in Deutschland. Forschungsprojekte sind geplant.

 Besucher spazieren durch den Park Sanssouci in Potsdam. Die Folgen des Klimawandels auf Parks und historische Gärten sollen erfasst werden. (Archivbild)

Besucher spazieren durch den Park Sanssouci in Potsdam. Die Folgen des Klimawandels auf Parks und historische Gärten sollen erfasst werden. (Archivbild)

Foto: Reto Klar

Der Klimawandel bedroht die historischen Gärten und Parkanlagen in Deutschland. In zunehmendem Maß sterben alte Bäume ab. Doch es gibt regionale Unterschiede. Brandenburgische Eichen kommen besser mit Hitze und Trockenheit zurecht als Eichen im Rheingebiet. „Weil sie schon länger mit wenig Wasser leben“, sagt Michael Hörrmann, Vorsitzender des Vereins Schlösser und Gärten Deutschland e.V. „Das ist der berühmte sandige Boden der Mark Brandenburg.“

Anders sei es in Süddeutschland, in Gärten der Rheinebene. Seit der Fluss begradigt wurde, sei das Grundwasser gesunken. Bäume auf sandigem Boden hätten dort kaum noch Chancen. „Wir müssen durch Forschungsprojekte herausfinden, was die richtige Antwort für einen Garten-Standort ist. Sind es andere Bäume oder eine verbesserte Bodenqualität oder eine präzisere Bewässerung?“

Auch die Deutsche Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur (DGGL) will die historischen Parks und Anlagen bewahren. DGGL-Präsident Jens Spanjer und der Vereinschef Michael Hörrmann haben am Mittwoch in Berlin einen Ausblick auf kommende Vorhaben gegeben, mit denen sie dem Klimawandel begegnen wollen. „Es müssen kurzfristige und langfristige Maßnahmen sein“, so Michael Hörrmann. „Dabei wollen wir Kompetenzen bündeln. Nicht jeder muss das gleiche Pilotprojekt starten. Es genügt, wenn es einer macht.“

Zusätzliche Pflegemaßnahmen und neue Methoden

Dazu sei auch eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit nötig. “Die genetischen Eigenschaften von Arten, mit Klimaveränderungen umzugehen, müssen erforscht werden“, sagte Uwe Koch vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz. „Dazu fehlt uns noch hinreichendes Wissen.“

Es werde künftig vermehrt Baumschulen geben, „um zu sehen, ob sich an einem Standort die gleiche Art aus einer anderen Region besser entwickelt“, so Michael Hörrmann.

Der Verein und die DGGL schlagen zusätzliche Pflegemaßnahmen und die Entwicklung neuer Methoden vor, um die historischen Gärten zu erhalten und zu betreuen. Sie seien kulturelles Erbe, aber auch wichtig für das Stadtklima und als historische Zeugnisse, so Jens Spanjer.

„Zusätzliche Mittel und Stellen notwendig“

Der Verein Schlösser und Gärten Deutschland, die DGGL und das Nationalkomitee für Denkmalschutz haben am Mittwoch ein Bündnis gegründet, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Zunächst soll ein bundesweiter Parkschadensbericht erstellt werden, der auflistet, wo und in welchem Ausmaß die einzelnen Gärten betroffen sind.

„Künftig werden zusätzliche Mittel und Stellen notwendig“, so Michael Hörrmann vom Schlösser und Gärten Deutschland e.V. Der Verein versteht sich als Zusammenschluss der großen Schlösser, Burgen, Klöster und Gärten in Deutschland. Ihm gehören staatliche, kommunale und private Betreiber und Besitzer von rund 340 Anlagen mit jährlich etwa 16 Millionen Besuchern an. Zu den Mitgliedern zählen auch die Deutsche Burgenvereinigung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die DGGL.