Architektur

Jacques Herzog: Berlin hat immer auch Angst vor Veränderung

Das Modell des Siegerentwurfs für das Museum des 20. Jahrhunderts.

Das Modell des Siegerentwurfs für das Museum des 20. Jahrhunderts.

Foto: dpa

Berlin. Der Architekt des umstrittenen Museums des 20. Jahrhunderts in Berlin, Jacques Herzog, kann die Kritik an dem 450 Millionen Euro teuren Projekt verstehen. "In Berlin gibt es ein sehr demokratisches Verständnis, aber immer auch Angst vor Veränderung", sagte der Architekt vom Schweizer Büro Herzog & de Meuron am Dienstagabend während der Aufzeichnung einer Sendung von Bertelsmann, ZDF, Deutschlandfunk Kultur und 3sat zur Zukunft kultureller Architektur. Große Architektur können an entscheidenden Stellen eine Stadt neu erfinden und Kräfte mobilisieren.

Herzog diskutierte mit seinen ebenso renommierten Architekturkollegen David Chipperfield, Regine Leibinger, HG Merz und Franco Stella.

Merz forderte, kulturelle Bauten müssten sich in der Zukunft mehr für Publikum und Umgebung öffnen. Leibinger betonte die zunehmende Rolle von Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Chipperfield verwies darauf, dass architektonischer Wandel Städte nicht automatisch besser mache. In Berlin etwa hätten Menschen auch "Angst, ihre Stadt zu verlieren". Bei öffentlichen Bauten wie Museen seien die Menschen zudem mehr engagiert.