Altersarmut

DGB fordert „existenzsichernde Renten“ für Berliner

Die meisten Senioren leben in Berlin am Stadtrand. Das hat auch finanzielle Gründe. Aber nicht nur.

Ein älteres Paar geht mit Einkaufstrolley und -tasche durch die Straßen. (Archivbild)

Ein älteres Paar geht mit Einkaufstrolley und -tasche durch die Straßen. (Archivbild)

Foto: Silas Stein / dpa

Die Situation ist von den Betroffenen nicht immer so gewollt: Die meisten Senioren leben in Berlin am Stadtrand. Das hat eine Reihe unterschiedlicher Gründe. Etwa, dass sie außerhalb der Innenstadtbezirke jene Einrichtungen und Angebote finden, die zu ihren alltäglichen Bedürfnissen passen. Vor allem ausschlaggebend ist aber, wieviel Geld ihnen noch zur Verfügung steht. Deshalb sei es aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) erforderlich, dass Senioren finanziell so ausgestattet werden, dass sie an der Großstadt so teilhaben können, wie sie es wünschen.

„Um angemessenen Wohnraum bezahlen zu können, sind existenzsichernde Renten erforderlich“, fordert deshalb Christian Hoßbach, Vorsitzender des DGB Berlin-Brandenburg. Dazu müsse das Rentenniveau über das Jahr 2025 hinaus stabilisiert und schrittweise angehoben werden. Für gute Erwerbseinkommen, die auch zu vernünftigen Renten führen, könne auch die Landespolitik mehr tun: „Öffentliche Aufträge nur noch zu Tarifvertragsbedingungen vergeben“, so Hoßbach.

Wenn nicht die hohen Mieten eine Rolle spielen, sind es jedoch auch zahlreiche Vorteile, die ältere Menschen gerade an den Außenbezirken schätzen. „Seit Jahren führen wir die Altersstatistik an – ein Drittel der Menschen in unserem Bezirk sind älter als 60 Jahre“, sagt etwa Frank Mückisch (CDU), Sozialstadtrat in Steglitz-Zehlendorf. Und immerhin jeder Vierte ist bereits älter als 65 Jahre. „Das zeigt doch, dass Senioren sich hier wohlfühlen“, sagt der Stadtrat. Es gebe eine gute ärztliche Versorgung, zahlreiche Seniorenwohnanlagen und Pflegeheime, aber auch ein breites bezirkliches Angebot für ältere Menschen.

Prognose: Zahl der über 80-Jährigen in Berlin steigt deutlich

„Wir haben allein sieben Freizeiteinrichtungen, in denen wir den ganzen Tag über die unterschiedlichsten Angebote machen. Das bedeute aber nicht, dass es zumindest in einigen Ortsteilen auch viele junge Familien gebe: „In Lankwitz und Steglitz haben wir eine sehr hohe Nachfrage nach Schulplätzen“, sagt Mückisch.

Eine vom Senat in Auftrag gegebene Bevölkerungsprognose für Berlin kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der über 80-Jährigen bis zum Jahr 2030 um rund 62 Prozent auf etwa 263.000 Personen zunimmt. Die Zahl von Menschen im Alter von 65 bis 79 Jahren wird um rund zwölf Prozent auf etwa 581.000 Personen steigen.