Fußball

Cottbus scheitert im Landespokal

Energie Cottbus verpasst vorzeitig den vierten Landespokal-Sieg in Serie. Damit müssen die Lausitzer auch im DFB-Pokal zuschauen. Der siegreiche Gegner setzt auf eine ungewöhnliche Motivation

Energies Trainer Claus-Dieter Wollitz steht gestikulierend auf dem Spielfeld.

Energies Trainer Claus-Dieter Wollitz steht gestikulierend auf dem Spielfeld.

Foto: dpa

Luckenwalde. Die Enttäuschung war Claus-Dieter Wollitz deutlich anzusehen. Mit gesenktem Kopf und die schwarze Kappe tief ins Gesicht gezogen kommentierte der Trainer von Titelverteidiger FC Energie Cottbus das Scheitern des großen Favoriten im Brandenburger Landespokal. "Für uns ist das sehr, sehr, sehr, sehr bitter", sagte der 54 Jahre alte Coach am Samstag nach dem 1:2 (0:1) im Viertelfinale beim Oberligisten FSV Luckenwalde.

Der frühere Fußball-Bundesligist verpasste damit nicht nur vorzeitig den vierten Landespokalerfolg nacheinander, sondern ist auch erst das zweite Mal seit 1995 nicht im DFB-Pokal dabei. Nur der Brandenburger Landespokalsieger zieht in die lukrative erste Runde ein. In dieser Saison hatte Energie dort dem FC Bayern München einen großen Kampf geliefert und nur mit 1:3 verloren.

Der Außenseiter aus Luckenwalde ging bereits nach 13 Minuten durch den früheren Cottbuser Nils Gottschick in Führung, Christian Flath erhöhte nach der Pause per Kopf (50.). Ein "extrem kollektives Versagen in der Organisation", machte Wollitz bei dem zweiten Gegentreffer aus.

Der ehemalige Bundesligastürmer Dimitar Rangelow (63.) schaffte nur noch den Anschlusstreffer für den favorisierten Drittliga-Absteiger. In der Regionalliga Nordost liegt das Wollitz-Team vier Punkte hinter der Spitze auf dem dritten Tabellenplatz. "Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass ich nicht nach Entschuldigungen suche, das werde ich auch jetzt nicht machen", sagte Wollitz, erwähnte jedoch, dass Cottbus nur mit 14 Spielern anreisen konnte. Zuletzt hatte der frühere Profi erklärt, dass es offen sei, ob er seinen im Sommer 2020 auslaufenden Vertrag verlängert.

Sein Gegenüber erzählte nach der Partie von einer ungewöhnlichen Motivation für seine Spieler. "Wir haben davon gesprochen, dass heute David gegen Goliath spielt. Es ist eine biblische Geschichte. Am Ende geht sie so aus, dass der Schäferjunge David den fast drei Meter großen, voll aufmunitionierten, in Rüstung gut durchtrainierten Elitekämpfer Goliath zur Strecke bringt. Daran haben wir uns orientiert", sagte FSV-Trainer Jan Kistenmacher. Er habe sein Team am Spieltag in den Wald geschickt, damit die Spieler Steinschleudern bauen. "Manchmal halten sie mich auch für ein bisschen bescheuert."

Wie Luckenwalde zogen auch der SV Babelsberg 03, Grün-Weiß Lübben und FSV Union Fürstenwalde ins Halbfinale ein.