Autobau

Das bedeutet der Tesla-Coup für die Autoindustrie

Teslas Entscheidung für Grünheide bringt Bewegung in die Autoindustrie – und auch in die Batteriezellforschung. Die wichtigsten Fragen.

Soll ab Ende 2021 in Grünheide gebaut werden: Der neue Kompakt-SUV Tesla Model Y.

Soll ab Ende 2021 in Grünheide gebaut werden: Der neue Kompakt-SUV Tesla Model Y.

Foto: Hannes Breustedt / dpa

Berlin. Mit seiner Entscheidung ist Elon Musk ein Coup gelungen geglückt. Was ist geplant, und was bedeutet dies für die deutsche Autoindustrie? Die Redaktion beantwortet wichtige Fragen.

Was bedeutet die Ansiedlung für den Standort Deutschland?

Tesla ist seit Jahrzehnten die erste Ansiedlung eines ausländischen Autoherstellers in Deutschland. „Wenn es gelingt, die besten Hersteller der E-Mobilitätsbranche hier anzusiedeln, so ist das ein positives Signal für den deutschen Standort“, sagt Stefan Bratzel, Leiter des Center of Automotive Management.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sieht darin einen „Beweis für die Attraktivität des Automobilstandortes Deutschland“. Es sei „ein Meilenstein beim Ausbau von Elektromobilität und Batteriekompetenz“.

Tesla dürfte künftig auch vom Markenzeichen „Made in Germany“ profitieren. Sollte US-Präsident Donald Trump seine möglichen Strafzölle gegen die EU umsetzen, kann Tesla diese dann über die neue Produktion für seine europäischen Kunden umgehen. Für Musk war auch ausschlaggebend, dass Berlin als kreative Stadt gilt. Warum Tesla Berlin so verzückt

Welche Folgen müssen die deutschen Autohersteller befürchten?

Die Konkurrenz auf dem Markt der E-Mobilität wird sich durch Tesla verschärfen. Deutsche Autobauer werden dadurch zusätzlich angespornt, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig dürfte die E-Mobilität einen weiteren Popularitätsschub erfahren.

„Konkurrenz belebt das Geschäft. Der Druck auf die Autobauer steigt“, meint Bratzel. Die gesamte Branche befindet sich derzeit im Umbruch, neue Anbieter treten in den Markt.

„Die Branche muss mit neuen Themen erfolgreich sein“, so Bratzel. Durch die Tesla-Produktion in Deutschland und dadurch entstehende Arbeitsplätze dürfte auch die Sympathie der Verbraucher hierzulande für den US-Hersteller steigen.

Wer verkauft die meisten E-Autos?

Tesla ist bei reinen Elektroautos aktuell Marktführer in Deutschland. Bis Ende Oktober wurden 9301 E-Autos neu zugelassen (Marktanteil: 17,6 Prozent). Danach folgen Renault (8330), BMW (7957), VW (6208) und Smart (5862). Das am häufigsten neu zugelassene E-Auto in Deutschland ist der Renault Zoe (8330). Er liegt vor dem Tesla Modell 3 (7899).

Was bedeutet die Ansiedlung für die Batteriezellforschung in Deutschland?

Deutschland will rund eine Milliarde Euro in eine Lithium-Ionen-Fabrikation stecken, zudem ist eine Batterieforschungsfabrik in Nordrhein-Westfalen geplant.

Bratzel sieht die Notwendigkeit deutscher Kompetenz in dem Bereich: „Es ist wichtig, dass sich Deutschland nicht von chinesischen, koreanischen oder US-Unternehmen abhängig macht.“ Fraglich sei allerdings, ob die deutsche Industrie den technologischen Rückstand in dem Bereich aufholen könne.