Vorstoß

Schulabgänger sollen Ausbildung früher starten

Die FDP im Berliner Abgeordnetenhaus fordert eine Reform der Ausbildungsgänge an den Oberstufenzentren (OSZ).

Die FDP im Berliner Abgeordnetenhaus fordert eine Reform der Ausbildungsgänge an den Oberstufenzentren (OSZ). Es sei unklar, welche Ausbildungsgänge an den OSZ die Absolventen tatsächlich in Arbeit bringen und welche lediglich als „Warteschleife“ für Schulabgänger dienen. „Wir beobachten in Berlin, dass junge Menschen mit einem Durchschnittsalter von 21,6 Jahren sehr spät eine Ausbildung beginnen“, sagt die Expertin für berufliche Bildung, Maren Jasper-Winter. Die FDP vermutet, dass viele Jugendliche zunächst eine OSZ-Ausbildung absolvieren, bevor sie eine duale Ausbildung beginnen. „Das ist aber nicht Sinn der Sache“, sagt Jasper-Winter.

Vielmehr sollte überprüft werden, ob das Angebot der Oberstufenzentren überarbeitet wird, damit es keine Doppelstrukturen mit der dualen Ausbildung gibt. „Es ist unklar, inwieweit einige der OSZ-Angebote zielführend im Hinblick auf den Arbeitsmarkt sind“, sagt die FDP-Politikerin.

Erste Überlegungen dazu habe eine Expertenkommission vorgelegt. „Allerdings besteht Uneinigkeit darüber, welche Ausbildungsgänge im Einzelnen reformiert werden sollen und auch darüber, wie sie zu reformieren sind“, kritisiert Jasper-Winter. Die Reform stockt.

In Berlin gibt es derzeit 42 OSZ. Im Gegensatz zur dualen Ausbildung, in der die Schulabgänger Angestellte eines Unternehmens sind und parallel dazu die Berufsschule besuchen, finden am OSZ Ausbildung und Schule unter einem Dach statt. Angesichts des Facharbeitermangels sei es aber sinnvoll, mehr Jugendliche in die duale Ausbildung zu vermitteln, weil sie dort direkt mit künftigen Arbeitgebern in Kontakt treten, fordert Jasper-Winter. Ein entsprechender Antrag wird dazu am heutigen Donnerstag im Abgeordnetenhaus beraten.