Großeinsatz

Schlag gegen Schleuser: 510 Beamte durchsuchen 38 Objekte

Kriminelle sollen Arbeiter aus der Ukraine nach Deutschland gebracht haben. Um die Behörden zu täuschen, nutzten Täter einen Trick.

Polizisten durchsuchen Autos in einer Garage

Polizisten durchsuchen Autos in einer Garage

Foto: Bundespolizeidirektion Hannover

Osnabrück/Bremen. 510 Bundespolizisten haben am Mittwoch 38 Wohnungen und Gewerbeobjekte in sechs Bundesländern durchsucht. Die Aktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Osnabrück richtete sich gegen eine Tätergruppe, die gewerbsmäßig Ausländer einschleusen soll. Außerdem gehe es um Falschbeurkundung und die illegale Überlassung von Arbeitnehmern, sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Hannover. Die Durchsuchungen betrafen die Länder Niedersachsen, Bremen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz. Ein per Haftbefehl gesuchter Verdächtiger wurde im Landkreis Osnabrück festgenommen,

Die Beschuldigten sollen vor allem ukrainische Staatsangehörige im Ausland angeworben und nach Deutschland geschleust haben. Dort wurden sie zur illegalen Beschäftigung vermittelt. Die Einreise und der Aufenthalt wurden touristisch begründet, um einen sonst erforderlichen Aufenthaltstitel zu umgehen.

Verdächtige bekamen gefälschte Dokumente

Die ukrainischen Arbeitskräfte nutzten den Angaben zufolge gefälschte EU-Ausweisdokumente zur Anmeldung bei Behörden und Sozial- und Rentenversicherungsträgern. Die Beschuldigten hätten die Arbeitskräfte dabei unterstützt, sie über eine eigene Agentur an verschiedene Firmen vermittelt und auch Unterkünfte im Umkreis der Arbeitsstätten angeboten.

Die Verdächtigen wurden erkennungsdienstlich behandelt. Als Beweismittel beschlagnahmten die Beamten Datenträger wie Laptops und Mobiltelefone, Dokumente, Bargeld und mehrere Waffen. Die Ermittlungen dauern an.

Durch die Auswertung des beschlagnahmten Beweismaterials erhoffen sich die Ermittler neben der beweissicheren Strafverfolgung weitere Ansatzpunkte, um das Schleusernetzwerk zu zerschlagen.