Gala

Prominenz und große Auftritte bei „Künstler gegen Aids“

"Künstler gegen Aids": Bereits zum 19. Mal wurde im Theater des Westens der rote Teppich für den guten Zweck ausgerollt.

Berlin. Wenn das Theater des Westens rot leuchtet, vor der Tür die Regenbogenflagge gehisst ist und auf dem roten Teppich die Gäste in ihren Outfits um die Wette glitzern, ist „Künstler gegen Aids“-Gala. Zum 19. Mal war die Kantstraße am Montagabend Schauplatz der Charityveranstaltung, bei der alle Künstler zugunsten der Berliner Aids-Hilfe auf ihre Gagen verzichten.

Mit den Beiträgen der Sponsoren und des Publikums tragen sie dazu bei, dass Betroffenen geholfen werden kann. Die Erlöse der diesjährigen Benefizgala werden für die Begegnungsangebote und den Hilfsfonds für Menschen mit HIV und Aids verwendet.

Auftritte gab es dieses Mal unter anderem von Andrej Hermlin und seinem Swing Dance Orchestra, Rapper Romano, dem Ensemble des Musicals „Mamma Mia“, Sopranistin Simone Kermes und Sängerin Angelika Milster. Die beiden Musikerinnen machten schon den roten Teppich zu ihrer Bühne, wo sie mit den Strippern von Sixx Paxx posierten. Später begeisterten die Herren auch den Rest des Publikums, darunter auch Prominente wie Annabelle Mandeng, Romy Haag, Walter Momper und Annemarie Eilfeld, mit einem Boygroup-Medley.

Künstler gegen Aids: Judy Winter und Klaus Wowereit als Schirmherren

„Ihr könnt nachher auf der Tanzfläche beweisen, dass ihr das auch drauf habt“, so Jochen Schropp, der erstmals mit Kollegin und Freundin Verena Wriedt durch den Abend führte. „Trotz Aufklärung und verbesserten medizinischen Möglichkeiten ist die Stigmatisierung der Betroffenen in der Gesellschaft immer noch groß! Wir müssen dafür ein Bewusstsein schaffen und das ändern!“, so Wriedt. „Deshalb bin ich von Herzen gern dabei.“

Die Moderatorin hatte sich, dem Anlass entsprechend, für ein rotes Abendkleid entschieden. Schropp für ein Jacket mit Leoparden-Print. Aufgeregt sei er nicht, sagte der 40-Jährige noch kurz vor Beginn. „Das kommt immer erst zehn Sekunden, bevor ich auf die Bühne gehe.“

Die Schirmherrschaft hatten wiederum Judy Winter und Klaus Wowereit übernommen. Während der ehemalige Regierende Bürgermeister die Gala schwänzte, war die Sängerin persönlich gekommen und dankte der Berliner Aids-Hilfe für ihre Arbeit und den Gästen für ihre Spenden. „Als ein Freund von mir gestorben ist, wollte ich etwas tun. So bin ich zur Aids-Hilfe gekommen und seitdem dabei geblieben.“ Die Beratungen und Angebote der Organisation böten Menschen am Rande der Gesellschaft die Möglichkeit, wieder Fuß zu fassen. „Nicht jeder Mensch in unserer Stadt hat Glück im Leben. Daher ist es gut und beruhigend zugleich, dass es Menschen gibt, die wieder Licht und Wärme sowie Orientierung ins Leben bringen.“

Gala im Theater des Westens: Berlins Regierender Michael Müller hält emotionale Rede

Berlin sei beim Thema Freiheit, Offenheit und Toleranz Vorreiter, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller in einer emotionalen Rede. „Aber diese Werte müssen jedem Tag wieder erkämpft werden, damit das so bleibt. Auch deshalb ist diese Gala heute Abend so wichtig. Wir machen deutlich, wofür wir gemeinsam stehen.“ Auch die Politik dürfe sich in dieser Hinsicht nicht zurücklehnen.

Besonders dankte Müller der Berliner Aids-Hilfe für ihren Einsatz seit 1985. „Dort gibt es konkrete Lebenshilfe oder manchmal auch nur eine Hand zum Halten. Es konnte schon vielen Menschen geholfen werden, aber es muss immer noch weiter gehen.“