Film

29. Filmfestival Cottbus: Hauptpreis geht nach Bulgarien

Cottbus. Der Hauptpreis des Filmfestivals Cottbus geht in diesem Jahr an den bulgarischen Film "Sestra" (Schwester). Regisseurin Svetla Tsotsorkova zeichne ein bildsprachlich eindrucksvolles, konfliktreiches Familienporträt, begründete die internationale Jury am Samstagabend ihre Entscheidung für den besten Film. Der Preis ist mit 25 000 Euro dotiert.

Mit dem Preis für die beste Darstellerin wurde erstmalig ein ganzes Frauenensemble geehrt. Fünf Schauspielerinnen erhielten die Auszeichnung für ihre Leistung im Streifen "Shpia e Ages" (Agas Haus) von Regisseurin Lendita Zeqiraj. Prämiert wurden sie mit insgesamt 5000 Euro. Das Schauspielerinnen überzeugten laut Jury durch ihre kraftvolle Darstellung. Sie spielen fünf Frauen, die nach dem Kosovokrieg in der Einöde leben, abgeschnitten von männlichem Einfluss. Tragik und Traumata werden langsam sichtbar. Der Film ist eine Koproduktion der Länder Kosovo, Albanien, Frankreich und Kroatien.

Bester Schauspieler des Festivals wurde Alban Ukaj für seine Darstellung im bosnischen Film "Pun Mjesec" (Vollmond). Er spielt einen Polizisten, der sich entscheidet, aus einem korrupten Kreis auszusteigen. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Bei den Besuchern kam die russische Tragikomödie "Min urduber kyun Khahan da Kiirbet" (Jakutisch: Die Sonne über mir geht nie unter) am besten an. Regisseurin Liubov Borisova gewann den mit 3000 Euro dotierten Publikumspreis. Das Festival vergab insgesamt Preise in Höhe von rund 75 000 Euro.

"Mit den ungewöhnlichen Blickwinkeln, mit denen das osteuropäische Kino seine Geschichten erzählt, reflektiert es 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs pointiert soziale, historische und persönliche Erfahrungen", erklärte Programmdirektor Bernd Buder zur Auswahl der Filme.

Das Interesse am Filmfestival scheint ungebrochen. Wie im vergangenen Jahr kamen auch dieses Jahr 22 000 Besucher zu den Programmveranstaltungen. Über 200 Filme wurden gezeigt.