Geschichte

Innehalten für SED-Opfer: Stille am Brandenburger Tor

Marianne Birthler spricht bei der Feier am Brandenburger Tor.

Marianne Birthler spricht bei der Feier am Brandenburger Tor.

Foto: dpa

Berlin. Die frühere DDR-Bürgerrechtlerin Marianne Birthler hat bei der Feier zum 30. Jahrestag des Mauerfalls an die Menschen erinnert, deren Leben durch die SED-Diktatur zerstört wurde oder die ums Leben kamen. "Lassen Sie uns einen kleinen Moment inne halten", sagte sie am Samstag. Stille legte sich kurz über den Platz am Brandenburger Tor, wo sich Zehntausende versammelt hatten.

Birthler ging in ihrer Rede auf die Menschen ein, die in sowjetische Straflager kamen, denen eine höhere Schulbildung verwehrt wurde, die von der Stasi überwacht, eingesperrt oder verraten oder an der Grenze getötet wurden. Sie denke aber auch an die, die verraten haben und heute unter dieser Last litten, so Birthler, die nach der Wiedervereinigung über Jahre die Stasi-Unterlagen-Behörde leitete.

Nur diejenigen hätten das moralische Recht, sich auf die friedliche Revolution vom Herbst 89 zu berufen, die heute für Offenheit und Freiheit eintreten, unterstrich Birthler. "Wer dagegen seinem Hass freien Lauf lässt und andere mit Worten und Taten bedroht, ist nicht besser als die Stasi, die Menschenleben zersetzte und zerstörte". Birthler wehrte damit indirekt Versuche der AfD ab, die friedliche Revolution für sich zu vereinnahmen.