US-Botschaft

Statue von Ronald Reagan auf der US-Botschaft enthüllt

Auf der Dachterrasse der US-Botschaft in Berlin steht jetzt eine Statue des einstigen US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan.

Fred Ryan (l.), Vorsitzender der Ronald Reagan-Stiftung und Herausgeber der Washington Post, Mike Pompeo (M.), US-Außenminister, und Richard Grenell (r.), Botschafter der USA in Deutschland.

Fred Ryan (l.), Vorsitzender der Ronald Reagan-Stiftung und Herausgeber der Washington Post, Mike Pompeo (M.), US-Außenminister, und Richard Grenell (r.), Botschafter der USA in Deutschland.

Foto: dpa

Berlin. Auf der Dachterrasse der US-Botschaft in Berlin steht jetzt eine Statue des einstigen US-amerikanischen Präsidenten Ronald Reagan (1911-2004). Das überlebensgroße Bronze-Standbild ist am Freitag von US-Außenminister Mike Pompeo enthüllt worden - einen Tag vor dem 30. Jahrestag des Mauerfalls.

Die Statue steht wenige Meter von dem Ort am Brandenburg Tor entfernt, an dem Reagan am 12. Juni 1987 dem damaligen sowjetischen Führer Michail Gorbatschow zurief: "Reißen Sie diese Mauer nieder!"

Die Idee für die Statue stammt nach einem Bericht des "Wall Street Journal" vom amerikanischen Botschafter in Berlin, Richard Grenell, der bereits einen Balkon der diplomatischen Vertretung nach Reagan benannt habe. Laut der Zeitung wurde die Statue von der Ronald-Reagan-Präsidentenstiftung in Auftrag gegeben.

US-Außenminister Mike Pompeo in der Neuen Synagoge in Berlin

Pompeo hatte zuvor die Neue Synagoge in der Oranienburger Straße besucht. Zusammen mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, informierte sich Pompeo am Freitag über die Geschichte der Synagoge. Es ist das wichtigste jüdische Gotteshaus in der deutschen Hauptstadt. Nach dem Rundgang traf sich Pompeo hinter verschlossenen Türen mit vier Überlebenden des Holocaust.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) wies zum 81. Jahrestag der Pogromnacht auf den Antisemitismus der Gegenwart hin. Es sei beschämend, dass es auch in Berlin auf offener Straße antisemitische Attacken gebe, sagte Müller in seiner Rede bei einer Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde. Acht Jahrzehnte nach der Pogromnacht und vor dem Hintergrund von Holocaust und nationalsozialistischer Diktatur sei das unerträglich.

Dass der Schutz von jüdischen Gemeinden, Schulen, Kindergärten und von Synagogen verstärkt werden müsse, sei bitter, sagte Müller. So solle nicht der normale Alltag für jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger aussehen.

Michael Müller: Große Bereitschaft, sich gegen Antisemitismus zu engagieren

Es gebe aber auch eine große Bereitschaft, sich gegen Antisemitismus und für Freiheit und den Rechtsstaat zu engagieren, sagte Müller. Darin sei ein entscheidender Unterschied zwischen heute und den Jahren der Nazi-Diktatur zu sehen. Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender nahmen an der Gedenkveranstaltung der Jüdischen Gemeinde teil.

Die Novemberpogrome in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 waren vom Nazi-Regime organisierte und gelenkte Gewaltmaßnahmen gegen Juden. Rund 400 Juden wurden in der Nacht ermordet, Hunderte weitere wurden festgenommen, verschleppt und gefoltert. Mehr als 1400 Synagogen und Betstuben sowie Tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört.

Die Neue Synagoge, in der heute das Centrum Judaicum untergebracht ist, entging bei den Pogromen vom 9. November 1938 nur knapp der Zerstörung und blieb vor größeren Schäden bewahrt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Synagoge dann schwer durch Bomben beschädigt.