Flughafen Tegel

Flugbegleiter-Streik: 35 Abflüge in Tegel fallen aus

Die Lufthansa sagte Donnerstag vom Flughafen Tegel alle Flüge nach Frankfurt und München ab. Am Freitag gibt es wieder Flugausfälle.

Flugbegleiter bei Lufthansa streiken

Deshalb müssen nach Angaben der Lufthansa am Donnerstag und Freitag insgesamt 1300 von rund 6000 Flügen ausfallen.

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Berlin.  In Berlin sind am Freitag erneut Dutzende Flüge von den Streiks der Flugbegleiter bei der Lufthansa betroffen. Nahezu sämtliche Flüge der Muttergesellschaft von und nach Frankfurt und München sind gestrichen, wie der Flughafen auf seiner Internetseite informiert. Insgesamt seien am Freitag 35 Abflüge und 36 Landungen auf der Strecke Berlin-Frankfurt und Berlin-München betroffen. Einzig am Morgen startet ein Flug um 9 Uhr nach München sowie am Abend ein weiterer um 20.45 Uhr nach Frankfurt.

Die Lufthansa-Töchter Swissair und Austrian Airlines fliegen planmäßig von und nach Wien und Zürich. Auch die Flüge der Eurowings sind gesetzt. Sie fliegen von Tegel aus hauptsächlich innerdeutsche Ziele an, darunter auch München.

Die Gewerkschaft Ufo hatte zu den 48-stündigen Streiks aufgerufen. Sie zeigten am Donnerstag Wirkung: Nach monatelanger Pause erklärte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr, dass man nun wieder das Gespräch mit der Kabinengewerkschaft Ufo suche. Ufo stimmte dem Vorschlag zu. Der Streik bei der Lufthansa soll am Freitag aber wie geplant fortgesetzt werden.

Lufthansa-Streik traf am Donnerstag Geschäftsreisende

Der Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa hat am Donnerstagmorgen am Flughafen Tegel vor allem Geschäftsreisende getroffen. Sowohl nach Frankfurt als auch nach München wurden für den Donnerstag sämtliche Lufthansa-Verbindungen gestrichen. Insgesamt bietet die Lufthansa von Tegel aus fast 40 Flüge in diese beiden Städte. Andere Ziele werden von dort aus nicht angeflogen.

Schon im Bus X9 waren die Vorboten des Lufthansa-Streiks zu bemerken. "Ist das hier der Bus zum Flughafen Tegel?", fragt eine junge Frau mit Rucksack beim Einstieg am Bahnhof Zoo. So leer habe sie den Bus selten erlebt.

Lufthansa-Streik: Ruhige Lage in Tegel - Fluggäste buchen um

"Gestrichen" steht auf der großen Anzeigentafel am Flughafen Tegel bei den Flügen der Lufthansa nach Frankfurt am Main und München. Von Chaos jedoch keine Spur, die Lage ist am Morgen entspannt. Betroffene Fluggäste haben sich offenbar rechtzeitig informiert, haben umgebucht oder sind auf die Bahn umgestiegen. An den Countern der Fluggesellschaft stehen nur vereinzelt Passagiere.

"Ich will nach Miami", erzählt ein älterer Berliner, der gerade vom Schalter kommt. Er sei schon gestern Abend auf Swiss Air umgebucht worden. Jetzt gehe sein Flug über Zürich statt über München. Alles sei problemlos verlaufen, er hatte nur versucht, noch einen Flug eher zu bekommen. Das habe aber nicht geklappt. Auch ein Ehepaar aus Denver kommt zufrieden vom Schalter zurück. Sie mussten aktuell umbuchen, aber alles sei in Ordnung.

Als "ruhig" bezeichnete eine Lufthansa-Mitarbeiterin die Lage. Die Leute seien gut informiert. Bei der Lufthansa gebe es ein Umbuchungstool, viele Reisende würden jetzt über Wien fliegen, statt über München und Frankfurt. Für sie sei es kein besonderer Tag, denn es gebe immer wieder Sondersituationen, wie zum Beispiel das Wetter, die sie herausforderten. Laut Flugplan gab es auch die Möglichkeit, Fluggäste auf Maschinen der Eurowings nach München zu buchen.

Nur wenige Reisende wurden vom Streik überrascht. Zu ihnen zählt Michael S. Er muss nach Frankfurt zu einem geschäftlichen Termin. Er habe von Lufthansa keine Benachrichtigung bekommen, erzählt er verärgert. Auf andere Flüge umbuchen, zum Beispiel über Wien, habe nicht funktioniert. Sie seien überbucht und außerdem komme er dann auch erst am Nachmittag an. Jetzt habe er ein Bahn-Ticket bekommen. Sechs Stunden Fahrt liegen nun vor ihm. "Ich bin sehr enttäuscht, dass keine andere Möglichkeit gefunden wurde", so Michael S.

Reisende weichen auch auf die Bahn aus

Die Lufthansa kann über eine Vereinbarung mit der Deutschen Bahn bei Ausfällen ihre Kunden auf diese umbuchen. In welchem Ausmaß das regional passiert, wurde zunächst nicht bekannt. Einen Ansturm auf die Bahn gab es wegen des Streiks zumindest am Morgen nicht. Es wurde aber erwartet, dass zahlreiche Passagiere auf die Bahn umsteigen. „Wir haben eine normale Verkehrslage im Fernverkehr“, sagte ein Bahnsprecher.

Wegen des 48-stündigen Streiks der Flugbegleiter hatte die Lufthansa bundesweit an beiden Tagen 1300 Flüge gestrichen, davon 700 am Donnerstag. In der Zahl sind auch zahlreiche Flüge nicht bestreikter Unternehmen wie Swiss, Austrian, Edelweiss oder Brussels Airlines enthalten. Die Gewerkschaft Ufo hatte sich vorbehalten, den Streik bei der Lufthansa-Kernmarke auch noch auf weitere Flugbetriebe auszuweiten. (mit dpa/mim)