Berliner Verkehrsbetriebe

Bauarbeiten in Mitte: U6 fährt nachts nur im Pendelverkehr

Arbeiten am U-Bahnhof Unter den Linden sorgen für Einschränkungen. Die Vollsperrung der U6 in Tempelhof fällt aber aus.

Fahrgäste steigen am U-Bahnhof Berliner Straße ein und aus, wobei sich die Szenerie in einer Glasscheibe spiegelt.

Fahrgäste steigen am U-Bahnhof Berliner Straße ein und aus, wobei sich die Szenerie in einer Glasscheibe spiegelt.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Gute Nachrichten für alle U-Bahnnutzer. Zwar gibt es auf der wichtigen Nord-Süd-Linie U6 seit Sonntag jeweils in der Nacht Pendelverkehr in Mitte, doch die angekündigte viermonatige Vollsperrung auf dem Streckenabschnitt in Tempelhof fällt aus.

Wie die Berliner Morgenpost erfuhr, ist die Bauabteilung der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) derzeit dabei, die Arbeiten umzuplanen. Es werde nach Lösungen gesucht, die Arbeiten nicht in einer Vollzeitsperrung zu organisieren, sondern in mehrere kleinere Maßnahmen aufzuteilen, sagte ein BVG-Sprecher am Montag. Auch dann sei mit einigen Sperrungen zu rechnen. Wie diese konkret aussehen werden, stehe derzeit noch nicht fest.

BVG kündigte lange Sperrung der U6 an

Noch Ende vergangenen Jahres hatte die BVG umfangreiche Bauarbeiten an der U6 angekündigt. Demnach sollte zwischen den Bahnhöfen Alt-Tempelhof und Kaiserin-Augusta-Straße ein sogenannter doppelter Gleiswechsel eingebaut werden. Dieser ermöglicht es U-Bahnzügen, unkompliziert die Seite zu wechseln. Damit kann der Betrieb der Linie auch aufrechterhalten werden, wenn eines der beiden Gleise baubedingt oder aus anderen Gründen gesperrt werden muss.

Zugleich kündigte BVG-Bauchef Uwe Kutscher damals eine Tunnelsanierung sowie den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe Alt-Tempelhof und Westphalenweg in Mariendorf an. Um all das zu schaffen, hätte der Zugverkehr auf dem U6-Abschnitt zwischen den U-Bahnhöfen Tempelhof und Alt-Mariendorf mindestens vier Monate lang unterbrochen werden müssen.

Verkehrsbetriebe bauen auch Unter den Linden

Das Großvorhaben hat die BVG nun aber offenbar zurückgestellt. Offiziell heißt es, das Unternehmen suche immer nach Möglichkeiten, Einschränkungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten. Denkbar sind allerdings auch fehlende Baukapazitäten für das Projekt.

Noch bis 13. Dezember 2019 ist der U6-Verkehr jedoch zwischen Schwartzkopffstraße und Stadtmitte eingeschränkt. Mit Ausnahme der Nächte zu Sonnabend und Sonntag (in denen die U-Bahn ohne Pause fährt) pendelt von 22 Uhr bis 3.30 Uhr zwischen beiden Stationen ein U-Bahnzug nur im 20-Minuten-Takt. Grund dafür sind Bauarbeiten am künftigen U5/U6-Umsteigebahnhof Unter den Linden.