Jubiläum

30 Jahre Mauerfall: Die Feiern in Berlin beginnen

Projektionen, Licht- und Klanginstallationen erinnern an sieben Orten in der Stadt an die Friedliche Revolution.

3D-Videoprojektion an den Wänden der Stasi-Zentrale.

3D-Videoprojektion an den Wänden der Stasi-Zentrale.

Foto: Alexander Rentsch

Berlin. Gedenktafeln sind aufgestellt am Alexanderplatz. Mit Bildern von Hunderttausenden Demonstranten, die dem SED-Regime am 4. November 1989 in der größten Protestaktion, die das Land je gesehen hatte, die Stirn boten. Einer von Ihnen war Hans-Joachim Giese (75). „Mich bedrückt das zutiefst, wenn ich jetzt hier stehe und auf den Fotos diese grauen Eminenzen sehe. Es wusste ja keiner, wie das ausgeht. Wir hatten alle Angst, dass irgendein Volkspolizist oder Soldat die Nerven verliert und die Knarre zieht“, sagt Giese, der zu DDR-Zeiten zweimal versucht hatte zu fliehen.

Dass der Mut der vielen, sich aufzulehnen, gelohnt hat und kein Schuss fiel, darüber erinnert ab heute die stadtweite Festivalwoche. Bis zum 10. November können Besucher an sieben Originalschauplätzen mit sogenannten Augmented-Reality-Projekten aus historischen Aufnahmen und eindrucksvollen Licht- und Soundeffekten die Ereignisse von einst nachvollziehen.

Los geht es am Alexanderplatz, wo mit einer großflächigen 3D-Videoprojektion an die Ereignisse erinnert wird. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und Moritz van Dülmen, Geschäftsführer von Kulturprojekte Berlin, eröffnen die Aktion.

Demonstranten am Alexanderplatz in Augmented-Reality-Installation

Bereits am Sonnabend wurde für die Lichtinstallation an den Gebäuden von Sparkasse und C&A eingeleuchtet. Ein Mitarbeiter vor Ort erzählt, dass es von Passanten bereits reges Interesse daran gibt, was hier bald zu entdecken sei. Auf Tafeln auf dem Boden finden Besucher bereits QR-Codes für das Smartphone. Zu sehen sind damit auf dem Handy in einer Augmented-Reality-Installation Demonstranten am Alex, die plötzlich neben einem aufzutauchen scheinen.

Ähnliches gibt es an anderen Orten wie der East Side Gallery zu erleben, wo ein Trabbi durch die Mauer zu brechen scheint. Die Projektleiter haben auch eine kostenlose App namens „MauAR“ entwickelt, die Interessierte mit Informationen versorgt. Ein Smartphone braucht Hans-Joachim Giese nicht. Er kann sich noch bestens an die Ereignisse erinnern.

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