Landesregierung

Berliner Schüler sollen mehr Bio und weniger Fleisch essen

Der Senat beschließt, dass das kostenfreie Essen in den Mensen gesünder werden soll. Das Land erhöht die Zuschüsse an die Bezirke.

Wandel bei der Versorgung der Schüler in Berlin: Es sollen seltener Fleisch und Fertiggerichte auf die Teller kommen und dafür mehr Gemüse und Frisches – und das in Bio-Qualität.

Wandel bei der Versorgung der Schüler in Berlin: Es sollen seltener Fleisch und Fertiggerichte auf die Teller kommen und dafür mehr Gemüse und Frisches – und das in Bio-Qualität.

Foto: Franziska Kraufmann / dpa

Berlin. Mehr Gemüse, weniger Fleisch, mehr frische Produkte und weniger Fertiggerichte. Das sehen die Pläne des Senats für das kostenfreie Schulessen in den Berliner Schulen vor. Darauf haben sich Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) und Finanzsenator Matthias Kollatz geeinigt. Und es soll möglichst Bio-Essen sein. Bis 2020 wächst dessen Anteil zunächst von 15 auf auf 30 Prozent an, 2021 auf 40 Prozent und 2020 auf 50 Prozent.

Die Erhöhung der Qualität zieht auch höhere Kosten für den Landeshaushalt nach sich. Das Land bringt dafür bis einschließlich 2023 insgesamt mehr als 56 Millionen Euro zusätzlich auf. Demnach steigen die Kosten von elf Millionen Euro im Jahr 2020 auf 36,5 Millionen Euro im Jahr 2023.

Mitberücksichtigt in dieser letzten Summe ist bereits der höhere Mindestlohn bei öffentlichen Aufträgen des Landes Berlin in Höhe von 11,90 pro Stunde. „Ich freue mich, dass wir hier eine Einigung mit der Senatsfinanzverwaltung erzielen konnten“, sagte Bildungssenatorin Scheeres am Donnerstag. „Die Qualität des Schulessens wird dadurch deutlich erhöht.“

Zusätzliches Geld auch für neue Mensen

Im Frühjahr dieses Jahres hatte der Senat beschlossen, dass allen Schülern der Klassenstufen eins bis sechs ab diesem Schuljahr ein kostenfreies Mittagessen zur Verfügung gestellt werden soll. Familien sollen dadurch um 1200 Euro im Jahr entlastet werden.

Davor hatte das Land bereits beschlossen, den Bezirken für die Umsetzung mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Demnach steigt der Zuschuss von derzeit fünf auf 24 Millionen Euro, um ein entsprechendes Angebot an Mensen einzurichten.

Im neuen Berliner Doppelhaushalt soll auch das „Mensa-Programm“ verankert sein. Demnach werde es im kommenden Jahr zehn Millionen Euro und 2021 dann 14 Millionen Euro für die Bezirke geben, teilt die Senatsbildungsverwaltung auf Nachfrage mit. Bislang hätten nur Spandau und Reinickendorf darüber informiert, dass die derzeitigen Mittel nicht reichen. In einigen Bezirken, darunter auch Spandau, stehen aber noch Gespräche bei den „Regionalwerkstätten Mittagessen“ aus.

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