Kriminalität

In Berlin findet die erste Anti-Clan-Konferenz statt

Am Donnerstag treffen sich Politiker und Vertreter von Sicherheitsbehörden zum Austausch.

In Berlin finden wöchentlich Razzien statt. Die „Politik der kleinen Nadelstiche“ soll die Clans zurückdrängen.

In Berlin finden wöchentlich Razzien statt. Die „Politik der kleinen Nadelstiche“ soll die Clans zurückdrängen.

Foto: Thomas Peise

Berlin. In Berlin findet am Donnerstag die erste Anti-Clan-Konferenz statt. Experten aus Politik und aus den Sicherheitsbehörden diskutieren über Strategien gegen die Organisierte Kriminalität.

Das Podium ist hochkarätig besetzt. Neben Innensenator Andreas Geisel (SPD) werden unter anderem der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Holger Münch, Polizeipräsidentin Barbara Slowik, der Leiter des Landeskriminalamtes Berlin, Christian Steiof, Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra und der Neuköllner Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) zu der Fachtagung am Sitz der Innenverwaltung an der Klosterstraße erwartet.

1000 Razzien in Berlin

Dass die Fachtagung in Berlin stattfindet, hat einen Grund. Seit Monaten finden in Berlin wöchentlich Razzien gegen die organisierte Kriminalität statt. Was in Neukölln startete, soll nun auf andere Bezirke ausgerollt werden. Erst kürzlich fanden Großeinsätze in Neukölln, Kreuzberg, Spandau und in Charlottenburg-Wilmersdorf statt. Innenstaatssekretär Torsten Akmann (SPD) hatte angekündigt, dass es während der Amtszeit von Innensenator Geisel 1000 Razzien geben werde. Und bislang sieht es so aus, als würde die Politik ihre Ankündigung in die Tat umsetzen.

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Neben der lokalen Perspektive geht es am Donnerstag bei der Fachtagung auch um die europäische Komponente. Auf dem Podium sitzt mit Jari Matti Liukku auch der Leiter des European Serious and Organised Crime Centre (ESOCC) bei Europol. Er spricht über „Clankriminalität als Herausforderung für Europa“. Auch ein Vertreter der Senatsverwaltung für Finanzen sitzt auf dem Podium.

Bei dem Forum soll es aber auch um die zivilgesellschaftliche Perspektive gehen. Neben dem Spiegel-TV-Journalisten Thomas Heise, der als einer der Experten zum Thema Clans gilt, diskutieren der Publizist Ralph Ghadban, Hatem Elliesie vom Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung und Klaus Lampe von der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin. Ghadban wurde in der Vergangenheit selbst massiv von Clans bedroht. Ghadban gilt als einer der profiliertesten Experten im Bereich der Clan-Kriminalität. Zuletzt veröffentlichte er im Oktober vergangenen Jahres das Buch „Arabische Clans – Die unterschätzte Gefahr“.

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