Krankenhäuser

Bündnis fordert mehr Investitionen in Berlins Kliniken

Eine Krankenschwester in einem Krankenhaus.

Eine Krankenschwester in einem Krankenhaus.

Foto: dpa

Berliner Kliniken, Ärzteverbände, Patientenvertreter und Gewerkschaften wollen am Mittwoch in einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus mehr Geld für Berlins Krankenhäuser fordern. Vorgesehen seien im Haushaltsentwurf des Landes trotz Erhöhung der Investitionen maximal 200 Millionen Euro im Jahr 2021, teilte die Berliner Krankenhausgesellschaft mit. Nötig seien aber 100 Millionen Euro mehr pro Jahr. "Berlin wächst jedes Jahr in der Größenordnung einer mittleren Stadt. Damit wachsen auch die Anforderungen und Bedarfe an Krankenhausstrukturen", sagte Geschäftsführer Marc Schreiner.

Der Investitionsbedarf für Baumaßnahmen, IT und Anschaffung aufwendiger Geräte liegt nach Berechnungen der Gesellschaft in den nächsten zehn Jahren bei 3,5 Milliarden Euro. Nötig seien zum Beispiel zusätzliche Bettenkapazitäten, OP-Säle, Intensivstationen, Kreißsäle, zusätzliche Palliativeinheiten und Erweiterungen der Rettungsstellen. Die Kundgebung soll um 12 Uhr beginnen. Auf der Rednerliste steht auch Berlins Patientenbeauftragte Karin Stötzner.

"Seit Jahren werden notwendige Investitionen vor allem durch Einsparungen beim Personal finanziert", kritisierte Meike Jäger für die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Damit müsse Schluss sein.

In 60 Berliner Kliniken werden nach Angaben der Krankenhausgesellschaft jährlich rund 900 000 Patienten stationär und rund 1,3 Millionen Notfälle versorgt. Die Kliniken beschäftigten 53 000 Mitarbeiter. Der Jahresumsatz liege bei 4,8 Milliarden Euro. Durch die Einsparungen des Landes in der Vergangenheit sei bereits eine Förderlücke von 2,1 Milliarden Euro entstanden.