Prozesse

Kleine Tochter missbraucht und gefilmt: Fünf Jahre Gefängnis

Ein Berliner hat laut Urteil kinderpornografische Fotos seiner Tochter im Internet getauscht. Bei den ersten Taten war sie fünf Jahre alt.

Die modellhafte Nachbildung der Justitia. (Symbolbild)

Die modellhafte Nachbildung der Justitia. (Symbolbild)

Foto: Volker Hartmann / dpa

Berlin. Weil er seine kleine Tochter über Jahre hinweg missbraucht, Übergriffe gefilmt und zum Teil im Internet verbreitet hat, ist ein 39-jähriger Berliner zu insgesamt fünf Jahren Haft verurteilt worden. Das Landgericht sprach den Mann am Montag unter anderem des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig.

Das Mädchen sei etwa fünf Jahre alt gewesen, als es zu ersten Taten in der Wohnung des Mannes im Stadtteil Hellersdorf gekommen sei, hieß es im Urteil. Das Kind habe damals auf Weisung des Vaters unter anderem Reizwäsche anziehen und vor seiner Kamera posieren sollen. Der Vater habe Kinderpornografie im Internet getauscht.

Ermittler finden mehr als 6100 kinderpornografische Dateien in der Wohnung

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn vor zwei Wochen gestanden. Nach Entdeckung der Taten habe er eine Therapie begonnen, erklärte der 39-Jährige. Ihm wurden 29 Fälle in der Zeit von Januar 2011 bis Mai 2018 zur Last gelegt. Mehr als 6100 kinder- und jugendpornografische Dateien habe die Polizei bei einer Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten im Februar 2018 gefunden - mit einer Gesamtspieldauer von sieben Tagen, so die Staatsanwältin.

Ein Hinweis von Brandenburger Ermittlungsbehörden brachte das Verfahren ins Rollen. Hintergrund sei Kinderpornografie gewesen, die bei einem anderen Verdächtigen sichergestellt worden war. Die Staatsanwältin hatte eine Strafe von mehr als sechs Jahren Haft gefordert. Der Verteidiger plädierte auf vier Jahre Gefängnis. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.