Lufthansa-Töchter

Flughafen Tegel: Streik der Flugbegleiter trifft auch Berlin

Auch in Berlin ist der Streik des Kabinenpersonals der Lufthansa-Töchter zu spüren. Bei Eurowings fielen am Morgen 20 Abflüge aus.

Fluggäste stehen am Check-in-Schalter der Fluggesellschaft Eurowings am Flughafen Berlin-Tegel. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat ihre Mitglieder zu Streiks aufgerufen.

Fluggäste stehen am Check-in-Schalter der Fluggesellschaft Eurowings am Flughafen Berlin-Tegel. Die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat ihre Mitglieder zu Streiks aufgerufen.

Foto: dpa

Berlin. An den Berliner Flughäfen hat am Sonntagmorgen der angekündigte Warnstreik der Kabinengewerkschaft Ufo begonnen. Am Flughafen Tegel seien am Morgen 20 geplante Abflüge der Airline Eurowings ausgefallen, sagte eine Sprecherin der Berliner Flughäfen. „Im Moment ist die Hälfte der Abflüge (der Airline) betroffen.“ Außerdem fielen sieben geplante Ankünfte von Eurowings aus.

Die Situation in Tegel sei aber ruhig, sagte die Sprecherin der Berliner Morgenpost. Der Flughafen Schönefeld sei von dem Streik nicht betroffen.

Streiks bei Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress

Die Kabinengewerkschaft Ufo hat den Warnstreik der Flugbegleiter der Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und Sunexpress an mehreren deutschen Flughäfen von ursprünglich 5 bis 11 Uhr bis um Mitternacht verlängert. Das sagte Daniel Flohr, Vize-Vorsitzender der Gewerkschaft, am frühen Morgen. Bestreikt werden die vier Lufthansa-Töchter Eurowings, Germanwings, Lufthansa Cityline und SunExpress.

Am Flughafen Düsseldorf seien vier Verbindungen der Airline Eurowings gestrichen worden, sagte ein Sprecher am frühen Morgen. "Da wird sicherlich noch einiges dazukommen." Auch am Flughafen Köln-Bonn fielen bereits einige Verbindungen aus, wie ein Sprecher mitteilte.

Ähnlich sah es am Morgen in München aus. "Ungefähr zehn Verbindungen sind annulliert", sagte ein Sprecher des Airports am frühen Morgen. Größere Auswirkungen auf den Betrieb habe der Warnstreik bisher nicht. Das könnte sich im Laufe des Tages noch ändern. Auch an Deutschlands größtem Flughafen Frankfurt/Main fielen am Sonntagmorgen Flüge aus.

Am Hamburger Flughafen waren zunächst laut Flugplan insgesamt zwölf Abflüge und zwölf Ankünfte der Fluggesellschaft Eurowings gestrichen worden. In Stuttgart seien sieben Abflüge und sieben Ankünfte der Eurowings anulliert worden, sagte eine Sprecherin des Flughafens. Über den Tag hinweg sind in Stuttgart demnach rund 50 Flüge von Eurowings geplant.

Streiks bei Lufthansa-Töchtern kurzfristig angekündigt

Die Warnstreiks bei den Lufthansa-Töchtern waren erst am Freitagnachmittag angekündigt worden. Wenig später hatte die Gewerkschaft Ufo die schon seit Montag angekündigten Ausstände bei der Konzernmutter Lufthansa wieder abgeblasen. Der Konzern hatte sich kurzfristig bereiterklärt, 2,0 mehr Gehalt zu zahlen - gefordert hatte Ufo nur 1,8 Prozent. Unmittelbar danach schob Ufo weitere Tarifforderungen nach, die Lufthansa in einem Brief umgehend ablehnte.

Ufo hat seine Mitglieder in sämtlichen Lufthansa-Fluggesellschaften zu Urabstimmungen über unbefristete Streiks aufgerufen, die bis zum 1. November laufen sollen. Für sämtliche Betriebe gibt es unterschiedliche Forderungen.

Hinter dem Arbeitskampf steht ein tiefes Zerwürfnis zwischen Ufo und dem Lufthansa-Konzern. Das Unternehmen erkennt den Ufo-Vorstand nach erheblichen Führungsquerelen nicht mehr als vertretungsberechtigt an und will der Gewerkschaft gerichtlich die Tariffähigkeit absprechen lassen. Der langjährige Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies wurde sogar aus dem Lufthansa-Dienst entlassen. Die Ufo-Streiks bewertet Lufthansa in dieser Logik als rechtswidrig und hat Teilnehmern mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen gedroht.