Protest

Extinction Rebellion - Polizei mit 68-Stunden-Wochen

Die Gewerkschaft der Polizei berichtet von extremen Arbeitsbelastungen von Berliner Beamten

Die Polizei trägt am Potsdamer Platz Teilnehmer der Klima-Proteste weg.

Die Polizei trägt am Potsdamer Platz Teilnehmer der Klima-Proteste weg.

Foto: Philipp Siebert

Berlin.  Tagelange Klimaproteste der Aktivisten von Extinction Rebellion, erhöhter Schutz jüdischer Einrichtungen nach dem rechtsextremen Anschlag von Halle und Proteste von Kurden und Türken in Berlin: Laut Gewerkschaft der Polizei (GdP) haben zahlreiche Polizisten der Einsatzhundertschaften in den vergangenen Tagen 68-Stunden-Wochen gehabt. Die zulässige Arbeitszeit sei damit deutlich überschritten worden.

Zehn Einheiten seien demnach in den Dienst alarmiert worden, eine befand sich gar 18,5 Stunden ohne Unterbrechung im Geschehen. „Im Resümee der Woche aber wurde die Höchstgrenze von 60 Stunden bei sechs der 16 Einsatzhundertschaften überschritten. Es ist so, dass man für derartige Lagen Reserven zurückhalten muss. Die letzte Woche sollte nun wirklich jedem Politiker deutlich machen, dass das für die Berliner Polizei nicht möglich ist“, schreibt GdP-Landesvize Stephan Kelm. Die GdP kündigte, die Verstöße gegen die Arbeitszeit juristisch zu prüfen.

Vergangene Woche befanden sich wegen der Aktionswoche von „Extinction Rebellion“ fast alle Einsatzeinheiten der Polizei nahezu dauerhaft im Dienst. Seit Beginn der türkischen Militäroffensive in Syrien steigen auch in Berlin die Spannungen. Darüber hinaus wurden nach dem Anschlag in Halle die Maßnahmen für die rund 70 zu schützenden jüdischen Objekte nochmals ausgeweitet.

Innenpolitiker und Gewerkschafter fordern seit längerer Zeit mehr Hundertschaften für Berlin oder die bestehenden Hundertschaften personell besser auszurüsten.

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