Brand unter Brücke

Berliner Ring (A10) war bis Sonntag gesperrt

Ein Feuer an einer Brücke am Berliner Ring hat ein Stauchaos in Berlin ausgelöst. Ein Teil der A10 blieb bis Sonntag dicht.

Nach einem Brand unter einer Brücke ist der östliche Berliner Ring gesperrt.

Nach einem Brand unter einer Brücke ist der östliche Berliner Ring gesperrt.

Foto: pa

Rüdersdorf. Schematisch betrachtet, zeigt sich das Problem als schwarzer Bogen östlich von Berlin. So hat die Verkehrsinformationszentrale das Landes jenen Abschnitt der A10 in ihrer Karte markiert, der seit einem Brandschaden unter der Mühlenfließbrücke bei Rüdersdorf (Märkisch Oderland) am Donnerstag voll gesperrt ist.

Hier gelangen Sie zur aktuellen Verkehrskarte der VIZ

Die Folgen sind weitreichend und könnten am Wochenende, wenn viele Berliner aus dem Herbsturlaub zurückkehren, noch gravierender ausfallen als bisher. Wer nach Einrichtung der Vollsperrung die Unterbrechung des Berliner Rings zwischen den beiden Anschlussstellen Erkner und Rüdersdorf umfahren wollte, stand bisher rund 90 Minuten im Stau.

A10-Sperrung bis Sonntag: Warten auf Reparaturmaterialien aus Österreich

Wegen des Brandes unter der Autobahnbrücke bei Rüdersdorf wird der östliche Berliner Ring noch bis Sonntagmittag voll gesperrt bleiben, teilte die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mit. Auch der zuständige Landesbetrieb Straßenbau Brandenburg hält eine frühere Öffnung der Strecke für ausgeschlossen. Nach den Reparaturarbeiten wird vorerst Tempo 20 angeordnet.

„Wir erwarten Reparaturmaterialien aus Österreich“, erklärte Sprecherin Cornelia Mitschka am Freitag. „Je nachdem, wie schnell diese hier eintreffen, können wir mit den Arbeiten beginnen.“ Die zuständige Firma, die mit den Bauarbeiten im Bereich der Mühlenfließbrücke beauftragt ist, hätte die Entscheidung getroffen, Materialien zu verwenden, die über mehrere Hundert Kilometer aus dem Nachbarland antransportiert werden müssen.

Warum der Brandschaden am Donnerstag auftrat, ist noch nicht im Detail geklärt. Die brandenburgische Polizei ermittelt derzeit, ob das Feuer durch fahrlässige Brandstiftung bei Schweißarbeiten einer Baufirma entstanden sein könnte. Bisher gebe es aber noch kein konkretes Ergebnis, teilte die Polizei mit.

„Beschädigt wurde die Fahrbahnübergangskonstruktion, das heißt, genau der Bereich, wo das Brückenlager in die eigentliche Brücke übergeht“, erklärte Mitschka vom Landesbetrieb Straßenbau auf Anfrage der Berliner Morgenpost. Fest stehe, dass der Schaden im Zuge von Brennschneidarbeiten an der Fahrbahnübergangskonstruktion am westlichen Teil der Mühlenfließbrücke entstand.

Brücke auf A10 ist die größte im Brandenburger Autobahnnetz

Die Brücke auf der A10 ist nach Angaben des Landesbetriebs die größte ihrer Art im Brandenburger Autobahnnetz. Da die eine Richtungsfahrbahn wegen der Bauarbeiten an der A10 bereits voll gesperrt war und die andere Richtungsfahrbahn mit je zwei Fahrstreifen pro Richtung befahren werde, hätten nach dem Brand alle Richtungsstreifen der A10 voll gesperrt werden müssen, hieß es vom Landesbetrieb.

Der Verkehr wird von der A 10 an den beiden Anschlussstellen abgeleitet. Umleitungen sind laut VIZ ausgeschildert. So weichen Autofahrer über Erkner, Friedrichshagen und Köpenick aus, teilte die Informationszentrale mit.

Am Freitag prüfte der Landesbetrieb Straßenbau die Beschaffung von so genannten mobilen Fahrbahnplatten, die auch schwere Lkw nutzen können, um schadhafte Straßenabschnitte zu überwinden. Sobald sie positioniert sind, könnte die Strecke wenigstens teilweise wieder geöffnet werden. Die Platten wären aber nur ein Provisorium, das bis zur endgültigen Reparatur zum Einsatz kommt. Die Maßnahmen konnten erst am Sonnabend starten

Staus bildeten sich in Berlin

Am Donnerstagabend und Freitagmorgen bildeten sich auf dem Berliner Ring Staus mit Wartezeiten von mehr als einer Stunde. Auch auf der Woltersdorfer Landstraße und der Berliner Straße kam der Verkehr zum Erliegen. „Viele werden voraussichtlich über Erkner, Friedrichshagen und Köpenick versuchen, die Autobahn und das Autobahnkreuz Oranienburg zu erreichen. Hier kann es besonders eng werden“, warnte die VIZ.

Allerdings hielten sich die Auswirkungen auf das Berliner Straßennetz während des Berufsverkehrs am Freitagmorgen in Grenzen. Auf möglichen Ausweichstrecken zur Umfahrung wie dem Hultschiner Damm oder der Köpenicker Straße im Bereich des Biesdorf Centers gab es zunächst nur leicht erhöhtes Verkehrsaufkommen.

Verzögerungen von mehr als einer Stunde

Größere Rückstaus bildeten sich am Vormittag vor allem an der Kreuzung Adlergestell und Glienicker Weg in Adlershof. Hier sind zwei von drei Fahrstreifen in Richtung Innenstadt wegen Bauarbeiten gesperrt. Nach einem Unfall war in dem Nadelöhr kurzzeitig gar kein Durchkommen mehr.

Von Mittag an sorgte der Ausweichverkehr dann laut Meldungen der VIZ in Friedrichshagen, Köpenick und vor allem in Erkner für eine deutlich steigende Verkehrsbelastung und Verzögerungen von mehr als einer Stunde. An einer zweiten Staustelle auf dem südöstlichen Stück der A10 zwischen Königs Wusterhausen und Schönefelder Kreuz in Richtung Dreieck Nuthetal nannte die Informationszentrale nach einem Unfall mit mehreren Fahrzeugen Wartezeiten von mehr als 90 Minuten.