Wissenschaft

Die FU hat den höchsten Anteil an Professorinnen

An Berlins Hochschulen sind Frauen auf dem Vormarsch. Professorinnen nehmen fast die Hälfte der neu besetzten Lehrstühle ein.

In vielen Fächern stellen Studentinnen schon die mehrheit. Bei den Professoren ist es noch nicht so weit.

In vielen Fächern stellen Studentinnen schon die mehrheit. Bei den Professoren ist es noch nicht so weit.

Foto: Sergej Glanze

Berlins große Universitäten sind sehr viel stärker von Wissenschaftlerinnen geprägt als andere Hochschulen in Deutschland. Laut einer Umfrage des Bildungs-Dienstleisters WBS liegt der Frauenanteil unter den Professoren nirgendwo höher als an der Freien Universität Berlin. 186 der 493 ordentlichen Hochschullehrer an der FU sind weiblich, das sind 37,7 Prozent.

Gute Noten in Sachen Gleichstellung

Auch die Humboldt Universität liegt mit 140 Professorinnen auf den 423 Lehrstühlen mit 33,1 Prozent im Spitzenfeld der Deutschen Universitäten. Die Technische Universität, hatte sich an der Umfrage nicht beteiligt. Dort sind unter den 366 ordentlichen Professoren 66 weiblich. Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien. So hatte in diesem Jahr bereits eine Untersuchung des Leibniz Instituts für Sozialwissenschaften FU und HU gute Noten in Sachen Gleichstellung erteilt.

Im Durchschnitt sind an den deutschen Universitäten rund 25 Prozent Professorinnen tätig. Aber es gibt auch Hochschulen, da gibt es fast keine Frauen auf den Lehrstühlen. Vor allem technisch orientierte Universitäten haben einen deutlich niedrigeren Frauenanteil.

Keine Frau in Leitungspositionen

So kommt in der Technischen Hochschule Mittelhessen auf zehn Hochschullehrer gerade mal eine Frau. Auch das renommierte Karlsruher Institut für Technologie bringt es gerade mal auf eine Frauenquote von 13 Prozent.

In den Leitungspositionen wird es für Frauen aber auch an der FU und HU dünn. An der FU ist unter den zwölf Dekanen keine einzige Frau. Die Humboldt Universität bringt es auf zwei von neun. Immerhin gehört HU-Präsidentin Sabine Kunst zu den 13 Universitätspräsidentinnen, denen in den Ergebnissen der WBS-Umfrage 31 männliche Kollegen gegenüber stehen.

Unter den neu berufenen Profs sind die Hälfte Frauen

Der hohe Frauenanteil ist politisches Ziel. Der Regierende Bürgermeister und Wissenschaftssenator Michael Müller (SPD) vertritt immer wieder den „Anspruch unserer Stadt, beim Thema Gleichstellung Vorreiterin in Deutschland zu sein“ und hebt die „bundesweit vorbildliche Entwicklung der vergangenen Jahre“ hervor.

Tatsächlich holen die Berliner Hochschulen immer mehr Frauen auf die Professorenposten. Im ersten Halbjahr 2019 waren von den 115 berufenen Forschern 55 Frauen. Bei den auf Lebenszeit berufenen Hochschullehrern lag der Frauenanteil bei 45, bei den befristeten Stellen waren die Frauen mit 55 Prozent sogar in der Mehrheit. Am meisten Frauen wurden mit 21 in den Rechts-, Sozial- und Wirtschaftswissenschaften berufen. Je sieben Forscherinnen wurden Professorinnen in ingenieur- und Naturwissenschaften.