360-Grad-Kameras

BVG zeigt jetzt volle U-Bahn-Waggons an

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Thomas Fülling
Hunderte Fahrgäste auf dem U-Bahnhof. Die BVG erprobt ein System, das Fahrgästen sagt, wie voll ein U-Bahn-Wagen ist.

Hunderte Fahrgäste auf dem U-Bahnhof. Die BVG erprobt ein System, das Fahrgästen sagt, wie voll ein U-Bahn-Wagen ist.

Foto: Sch?ning / ullstein bild - Sch?ning

Die 360-Grad-Kameras innerhalb der Wagen werden dafür laut BVG mit einer Software ausgestattet, die die Anzahl der Fahrgäste zähle.

Berlin. Komme ich da noch mit? Diese Frage stellen sich viele Nutzer der Berliner U-Bahn längst nicht mehr nur im Berufsverkehr. Immer häufiger sind die Züge auch tagsüber und am Wochenende voll besetzt. Fahrgäste der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) sollen bald besser erkennen, in welchen Wagen einer einfahrenden U-Bahn noch ein Platz frei ist.

Die BVG testet dazu ab dem heutigen Mittwoch eine entsprechende Anzeige, zunächst allerdings nur auf den Anzeigetafeln der Station Bundestag auf der Linie U55 (Hauptbahnhof–Brandenburger Tor). Fahrgäste könnten „sich damit leicht orientieren, auf dem Bahnsteig verteilen und die Position wählen, die einen schnellen und stressfreien Einstieg am einfachsten macht“, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

Grundlage des Systems sind die Bilder, die die zur Videoüberwachung in den Wagen montierte 360-Grad-Kameras liefern. Mit Hilfe einer speziellen Software könne die Anzahl der Fahrgäste im Wagen gezählt und diese Information an das Anzeigesystem der Station gesendet werden, so ein BVG-Sprecher. Auf den Tafeln leuchteten dann je nach Auslastung eine, zwei oder drei stilisierte Personen auf. Eine Person bedeutet, hier ist noch Platz, drei, hier wird es eng. Zunächst werden drei der vier auf der U55 eingesetzten Doppeltriebwagen mit der Software ausgestattet. Sollte der Test erfolgreich verlaufen und die Technik funktionieren, werde eine Ausweitung des Einsatzes geprüft.

Der Pilotversuch werde mindestens bis ins kommende Jahr gehen, sagte der BVG-Sprecher. Spätestens Ende 2020 sei aber Schluss, weil mit der Verlängerung der Linie U5 bis zum Hauptbahnhof der Inselbetrieb der U55 zu Ende geht. Der Datenschutzbeauftragten von Berlin sei das Verfahren vorgestellt worden, es habe keine Einwände gegeben, heißt es. Personen und Gegenstände würden von der Software anhand der Form erkannt und gezählt. Eine Gesichtserkennung finde nicht statt. Auch würden die Aufnahmen nicht dauerhaft gespeichert.