Gefängnis

Knast-Youtuber verhöhnt Berliner Justizverwaltung

In Berlin liefert sich ein Knast-Youtuber ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Justiz. Jetzt verhöhnt Thomas D. die Behörden ganz offen.

Thomas D. sitzt wegen dreifachen Banküberfalls mit Geiselnahme im Gefängnis. Seit Monaten narrt er die Berliner Justiz, indem er Videos bei Youtube & Co. veröffentlicht.

Thomas D. sitzt wegen dreifachen Banküberfalls mit Geiselnahme im Gefängnis. Seit Monaten narrt er die Berliner Justiz, indem er Videos bei Youtube & Co. veröffentlicht.

Foto: Screenshot / Youtube

Berlin. Der nach eigenen Aussagen erste Knast-Youtuber Deutschlands, Thomas D., verhöhnt die Berliner Justizverwaltung. Und die ist offenbar machtlos. Beim Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte D. ein Schreiben an ihn, in dem ihm Konsequenzen angedroht werden, sollte er weiter Videos aus seiner Zelle veröffentlichen. D., der wegen dreifachen Bankraubes mit Geiselnahme im Gefängnis sitzt, veröffentlichte das Schreiben garniert mit der Bemerkung, dass man sein Statement dazu auf Instagram finden könne.

Zur Erinnerung: In den Berliner Gefängnissen gilt in der Theorie absolutes Handyverbot. Doch in der Praxis gibt es einen blühenden Schwarzmarkt mit Mobiltelefonen. Keine der Berliner Anstalten schafft es auch nur annähernd, das zu unterbinden. Die Justizverwaltung beteuert zwar, dass man jedes Jahr mehr Telefone finde, was beweisen würde, dass man besser suche.

Doch in Wahrheit, heißt es von Gefängnis-Insidern, schaffe man es nicht einmal, einem einzelnen bekannten Häftling das Twittern und Filmedrehen zu verbieten. Der Kanal von D. auf Youtube hat mittlerweile 102.000 Abonnenten. Darauf postete er mittlerweile 114 Videos. Das konnten bislang auch regelmäßige Zellendurchsuchungen und eine Verlegung von Tegel nach Heidering nicht verhindern.