Bahnreisen

Flixtrain nimmt neue Route nach Stuttgart

Neue Route für den Flixtrain. Ab Dezember fahren die Züge des Bahnkonkurrenten auf dem Weg nach Stuttgart über Halle und Erfurt.

Fahrgäste steigen im Berliner Hauptbahnhof in den Zug der ersten Flixtrain Verbindung zwischen Köln und Berlin.

Fahrgäste steigen im Berliner Hauptbahnhof in den Zug der ersten Flixtrain Verbindung zwischen Köln und Berlin.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Die zumeist nicht gewollten ICE-Durchfahrten in Wolfsburg sind legendär. Künftig wird aber auch der Flixtrain nicht mehr so oft in der Volkswagen-Hauptstadt halten – und zwar ganz offiziell. Ab dem Fahrplanwechsel bekommen die Fernzüge des privaten Bahn-Konkurrenten auf der Strecke Berlin–Stuttgart eine neue Route zugewiesen, wie ein Unternehmenssprecher am Mittwoch bestätigte.

Demnach werden die grünen Züge ab 15. Dezember über Halle (Saale), Erfurt, Eisenach und Gotha nach Stuttgart fahren. Der bisherige Zwischenstopp in Wolfsburg, aber auch die in Hannover und Göttingen entfallen.

Flixtrain begründet den Routenwechsel mit einer geplanten Angebotsausweitung. Denn ab Frühjahr 2020 will das Unternehmen auch die Verbindung Hamburg–Stuttgart anbieten. Die Fahrt führt dann über Hannover, Göttingen, Fulda, Kassel, Fulda, Frankfurt am Main und Heidelberg bis ins Schwabenland. Der Zug übernimmt somit einen Teil der alten Flixtrain-Route nach Stuttgart.

Flixtrain: In Wolfsburg zu geringe Nachfrage

Doch es gibt offenbar auch wirtschaftliche Motive. „Als privater Anbieter müssen wir natürlich auf die Wirtschaftlichkeit achten, die Nachfrage in Wolfsburg war hier leider zu gering, um den Halt wirtschaftlich sinnvoll anbieten zu können“, sagte Flixtrain-Sprecher Sebastian Meyer der Morgenpost.

Das Unternehmen, das erst vor eineinhalb Jahren das Geschäft vom insolventen Berliner Start-up Locomore übernommen hat, sieht in der neuen Linienführung offenbar die Chance, zusätzliche Fahrgäste zu gewinnen. Auf der neuen Strecke würden mit Halle (Saale), Erfurt, Eisenach und Gotha gleich vier neue Städte angefahren.

Berlin-Stuttgart: Flixtrain soll bis zu zwei Mal pro Tag und Richtung fahren

Auch Fahrgäste aus Leipzig und Lutherstadt Wittenberg könnten jetzt mit dem Flixtrain unter anderem nach Berlin, Dortmund oder dem ebenfalls neuen Halt Aachen reisen. „Wir hatten immer das Ziel, unser Schienenangebot allen Menschen zugänglich zu machen. Mit sieben neuen Halten zum Fahrplanwechsel sind wir diesem Ziel wieder einen Schritt nähergekommen“, lässt sich Flixmobility-Geschäftsführer André Schwämmlein zitieren.

Wie schon heute soll der Flixtrain auf der Verbindung Berlin–Stuttgart bis zu zwei Mal pro Tag und Richtung fahren. Diese Frequenz wird auch für die Strecke Berlin – Köln beibehalten, die von Flixtrain seit Mai angeboten wird. Die genauen Fahrpläne müssten aber noch finalisiert werden, so der Sprecher.

Fernverkehr fest in der Hand der Deutschen Bahn

Flixtrain ist die Zugmarke des Unternehmens Flixmobility, das den Markt für Fernbusreisen in Deutschland mit dem Flixbus dominiert. Auf der Flixtrain-Strecke zwischen Hamburg und Köln will das Unternehmen künftig schneller unterwegs sein. „Auf der neuen Expressverbindung dauert die Fahrt zwischen beiden Städten nur noch gut dreieinhalb Stunden“, teilte der Anbieter mit. Bislang waren Reisende dort je nach Verbindung laut Fahrplan-Auskunft mindestens vier Stunden unterwegs.

Während im Regional- und Güterverkehr neben der Deutschen Bahn bereits zahlreiche Wettbewerber unterwegs sind, ist der Fernverkehr bislang weiter fest in der Hand des Staatskonzerns. Flixtrain ist in diesem Bereich bislang der einzige Konkurrent. Anfang September hatte jedoch das Unternehmen Rheinjet aus Meerbusch bei Düsseldorf angekündigt, ab Anfang November eine Zugverbindung zwischen Stuttgart, München und Frankfurt anzubieten.