Geschichte

Neue Ausrichtung für Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus

Ein vergittertes Fenster im ehemaligen Zuchthaus Cottbus.

Ein vergittertes Fenster im ehemaligen Zuchthaus Cottbus.

Foto: dpa

Cottbus. In der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus soll nach dem Willen der Stadt ein Archiv-Standort des Bundesbeauftragten für die Stasiunterlagen angesiedelt werden. In dem Gebäude waren zu DDR-Zeiten viele politische Häftlinge inhaftiert. In den kommenden Monaten werde für den gesamten Standort eine Strategie zur künftigen Ausrichtung erarbeitet, teilte die Stadt am Dienstag mit.

"An diesem authentischen Ort kann über Unrecht, Werte und Menschenrechte gesprochen werden", sagte die Leiterin der Gedenkstätte, Sylivia Wähling, der Deutschen Presse-Agentur. "Cottbus hatte in der DDR den höchsten Stand an inoffiziellen Mitarbeitern der Staatssicherheit. Heute geht von hier verstärkt eine Gefahr von Populisten aus".

Die Stadtverwaltung hat mit der Strategieentwicklung das Cottbuser Institut für Neue Industriekultur (INIK) beauftragt. In dem Konzept sollen auch die anderen Gebäude der Gedenkstätte mit einbezogen werden. Die Öffentlichkeit könne Ideen beisteuern, sagte Wähling. Vorgesehen dafür sind zwei Bürger-Foren. Die Planung wird aus Mitteln der Städtebauförderung des Landes Brandenburg finanziert.

Nach der Sanierung soll das Gelände in "Traute-Lafrenz Bildungs- und Begegnungszentrum Cottbus" umbenannt werden. Die letzte Überlebende der "Weißen Rose", Traute Lafrenz Page, die in diesem Jahr 100 Jahre alt wurde, war vom 6. November 1944 bis Anfang Februar 1945 im Frauenzuchthaus Cottbus inhaftiert. Lafrenz Page hatte sich ab November 1942 an den Aktionen der studentischen Widerstandsgruppe "Weiße Rose" um die Geschwister Hans und Sophie Scholl beteiligt. Die Gedenkstätte steht in engem Austausch mit ihr.