Verkehr in Berlin

Diese S-Bahn-Linien sind ab Freitag in Berlin gesperrt

Der S-Bahnbetrieb im Berliner Osten ist schon länger beeinträchtigt. Nun kommen weitere Sperrungen hinzu. Diese Linien sind betroffen.

Eine S-Bahn der Linie S3 (Symbolfoto)

Eine S-Bahn der Linie S3 (Symbolfoto)

Foto: pa

Berlin. Schon seit Ende August ist der S-Bahnbetrieb im Berliner Osten durch Bauarbeiten stark beeinträchtigt. Mit Beginn der Herbstferien werden die Sperrungen nochmals ausgeweitet.

Von Freitag, 4 Uhr, bis voraussichtlich 14. November fahren auf der S75 (Wartenberg–Ostbahnhof) auf der gesamten Linie keine Züge mehr, wie die Deutsche Bahn ankündigte.

Zusätzlich wird der Zugverkehr auf der Linie S7 (Ahrensfelde–Potsdam) ganztägig zwischen Ahrensfelde und Nöldnerplatz eingestellt.

Die S5 kann ab Freitag nicht mehr zwischen den Stationen Wuhletal und Ostkreuz fahren. Nach Angaben von S-Bahnchef Peter Buchner sind von den Einschränkungen rund 220.000 Reisende betroffen, die an Werktagen normalerweise in die rot-gelben Züge einsteigen. Die S5 gilt laut Buchner als eine der fahrgaststärksten Linien im gesamten Berliner S-Bahnsystem.

Grund für die Sperrungen sind umfangreiche Arbeiten rund um den Bahnknoten Biesdorfer Kreuz. In diesem Bereich wird von der Bahntochter DB Netz das elektronische Stellwerk (ESTW) „S7 Ost“ in Betrieb genommen. Zudem sollen alle Strecken auf das neue Zugsicherungssystem ZBS umgestellt werden.

S-Bahn Berlin - Die wichtigsten Sperrungen ab Freitag im Überblick:

  • S75 Wartenberg <> Ostkreuz (<> Ostbahnhof): kein Zugverkehr zwischen Wartenberg und Ostbahnhof, Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wartenberg und Ostkreuz. Fahrgäste nutzen bitte zwischen Ostkreuz und Ostbahnhof die Züge der Linien S3, S5 und S7.
  • S7 Ahrensfelde <> Marzahn (<> Nöldnerplatz): kein Zugverkehr zwischen Ahrensfelde und Nöldnerplatz, Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Ahrensfelde, Marzahn und Landsberger Allee, Fahrgäste Richtung Lichtenberg / Ostkreuz steigen in Marzahn in den Ersatzverkehr der Linie S75,steigen in Landsberger Allee in die Ringbahnlinien S41 und S42 Richtung Ostkreuz, Fahrgäste nutzen bitte auch zwischen Ahrensfelde <> Lichtenberg <> Ostkreuz auch die RB25.
  • S 5 Wuhletal <> Ostkreuz: kein Zugverkehr. Fahrgäste nutzen bitte zwischen Wuhletal <> Lichtenberg <> Frankfurter Allee <> Alexanderplatz die U-Bahnlinie U5, zwischen Strausberg <> Mahlsdorf <> Lichtenberg <> Ostkreuz die Regionalbahn RB26. Zwischen Biesdorf <> Lichtenberg den Bus 192 (S Biesdorf <> S Friedrichsfelde Ost) bzw. den Bus 108 (Oberfeldstraße <> S+U Lichtenberg).

Alle Informationen über die Sperrungen und Fahrplanänderungen bei der Berliner S-Bahn erhalten Sie hier.

Sperrungen bei der Berliner S-Bahn: Schienenersatzverkehr (SEV) mit Bussen

Die S-Bahn will für die gut sechswöchigen Sperrzeit einen umfangreichen Ersatzverkehr mit Bussen einrichten. SEV-Busse fahren etwa zwischen Ahrensfelde und Landsberger Allee (Umsteigen auf die Ringbahn) sowie zwischen Wartenberg und Ostkreuz.

Entlastung sollen auch Regionalzüge bringen. Zusätzliche Fahrten sind montags bis freitags auf den Linien RB25 zwischen Ahrensfelde, Lichtenberg und Ostkreuz sowie RB26 zwischen Strausberg, Mahlsdorf, Lichtenberg und Ostkreuz geplant.

BVG: U5 fährt den ganzen Tag im dichten Takt

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben angekündigt, ihr Möglichstes zu tun, um für Entlastung zu sorgen. So soll ab Freitag auf der U-Bahnlinie 5 (Hönow–Alexanderplatz) der dichte Takt der Hauptverkehrszeit auf den gesamten Tag ausgedehnt werden.

Das heißt: Montags bis donnerstags fahren die Züge zwischen Alexanderplatz und Kaulsdorf-Nord zwischen 5.30 und etwa 20.15 Uhr alle 280 Sekunden.

Freitags wird der dichtere Takt sogar bis 21.45 Uhr angeboten. Schon seit Beginn des S-Bahn-Bauprojekts habe auch die Straßenbahn mehr Leistung auf einige Linien gebracht, sagte ein BVG-Sprecher.

Vor allem durch den Einsatz längerer Züge sei das Platzangebot auf der Linie M4 bereits seit Ende August um rund 13 Prozent, auf der M5 um rund acht Prozent, auf der M6 um rund zwölf Prozent und auf der M8 um rund 23 Prozent gestiegen.

Längere Züge bei der S-Bahn bieten zusätzlichen Platz für Fahrgäste

Zum Start der neuen Bauphase bei der S-Bahn am 4. Oktober soll auch die Linie 16 mit 40 Meter langen Zügen ausgestattet werden. Das stündliche Platzangebot werde damit um 47 Prozent erhöht, so die BVG. Um in der jetzt beginnenden Phase auf den zentralen Linien – trotz zusätzlicher Fahrgastnachfrage – ein stabiles Angebot mit planmäßigen Verstärkerfahrten zu gewährleisten, wird die Linie 18 vorübergehend eingestellt.

Sie dient vor allem als Zubringer zum S-Bahnhof Springpfuhl, der während der Bauarbeiten nicht von der S-Bahn angefahren wird. Alle Streckenabschnitte der Linie 18 werden zudem von anderen Linien bedient. Weitere Informationen zum Ersatzverkehr erhalten die Fahrgäste unter anderem auf der Webseite der S-Bahn (www.sbahn.berlin) oder am S-Bahn-Kundentelefon 030-297 43 333.

Unterdessen haben SPD, Linke und Grüne im Berliner Abgeordnetenhaus eine Anhörung zu den jüngsten Ausfällen bei der S-Bahn beantragt. Zu dieser sollen die Unternehmen DB Netz, Siemens und S-Bahn Berlin GmbH in den Hauptausschuss eingeladen werden. Dabei wird es sowohl um die netzseitig bestehenden Probleme, zum Beispiel hinsichtlich der Software für die Stellwerke, als auch um die Frage gehen, wie in solchen Fällen notwendige Ersatzverkehre besser organisiert werden können.