Frau und Baby tot

Apothekerkammer verweist nach Todesfällen auf hohe Standards

Nach den Todesfällen in Köln spricht die Apothekerkammer Berlin über die Standards - und gibt verunsicherten Kunden einen Tipp.

Nach zwei Todesfällen durch eine vergiftete Arznei haben die Behörden die sofortige Schließung von drei Apotheken in Köln angeordnet.

Nach zwei Todesfällen durch eine vergiftete Arznei haben die Behörden die sofortige Schließung von drei Apotheken in Köln angeordnet.

Foto: Oliver Berg / dpa

Nachdem eine Mutter und ihr Baby in Köln an einem Glukosegemisch gestorben ist, verweist die Apothekerkammer Berlin auf die hohen Sicherheitsstandards. Dass ein solcher Fall sich anderswo wiederhole, sei „extrem unwahrscheinlich“, sagte Annette Dunin von Przychowski, Vorstandsmitglied der Apothekerkammer Berlin und Filialleiterin der Quartierapotheke Goldstraße nahe dem Nollendorfplatz, der Berliner Morgenpost. Es handele sich bei dem Fall in Köln „hoffentlich um einen Einzelfall“.

Es gibt entsprechende Sicherheitsvorkehrungen

In allen Apotheken in ganz Deutschland gebe es entsprechende Sicherheitsvorkehrungen. „Wir haben ganz klare Regeln, wie man eine Rezeptur zu handhaben hat“, so Dunin von Przychowski. „Da ist ganz klar, dass die Ausgangsstoffe geprüft werden müssen, nachdem sie in die Apotheke gekommen sind. Auch die Rezeptur wird geprüft, die Herstellung wird freigegeben. Diese erfolgt dann im Vier-Augen-Prinzip.“

Auch ein Herstellungsprotokoll müsse erstellt und ebenfalls vom zuständigen Apotheker freigegeben werden. „Es muss nachvollziehbar sein, wer wann was gemacht hat.“ Das sei in der Apothekenbetriebsordnung geregelt. Zudem gebe es regelmäßig Prüfungen von Substanzen und Revisionen in den Apotheken.

Kunden sollen bei Apothekern nachfragen

Betäubungsmittel seien unter Verschluss zu führen, eine Verwechslung bei der Zubereitung sei daher praktisch ausgeschlossen. „Menschliches Versagen ist da schon fast unwahrscheinlich“, so Dunin von Prychowski.

Kunden, die nun verunsichert seien, könnten beim Apotheker nachfragen, wie die Glukosemischung hergestellt wurde. Zudem gebe es auch fertige Glukosetoleranztests, die bereits fertig gemischt vom Hersteller kommen.