Autofrei-Tag

BVG verkaufte am Sonntag 14.000 zusätzliche Tickets

Aktionstag mit gemischter Bilanz: Einerseits mehr Fahrgäste in Bus und Bahn. Anderseits Staus auf der Stadtautobahn wie sonst auch.

22.09.2019, Berlin: Normaler Autoverkehr herrscht am autofreien Tag auf der Straße des 17. Juni. Der Aktionstag hat für einen Fahrgastschub in Berliner Bussen und Bahnen gesorgt - aber kaum Entspannung auf den Berliner Stadtautobahnen gebracht. Foto: Paul Zinken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

22.09.2019, Berlin: Normaler Autoverkehr herrscht am autofreien Tag auf der Straße des 17. Juni. Der Aktionstag hat für einen Fahrgastschub in Berliner Bussen und Bahnen gesorgt - aber kaum Entspannung auf den Berliner Stadtautobahnen gebracht. Foto: Paul Zinken/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Der Autofrei-Tag am Sonntag war nach Ansicht der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) ein Erfolg. Das landeseigene Unternehmen habe an dem Tag rund 14.000 Einzelfahrscheine mehr als an einem „normalen“ Sonntag verkauft, sagte BVG-Sprecher Markus Falkner. Das sei ein Plus von rund 30 Prozent.

„Wichtig war es uns, die Idee des autofreien Sonntags zu unterstützen. Das ist gelungen“, sagte er. Auch die inhaltliche Resonanz sei durchweg positiv gewesen. „Vertriebliche Erwartungen waren damit zunächst einmal nicht verbunden, zumal es die Aktion in dieser Form ja auch zum ersten Mal gab und es keine Erfahrungswerte gab“, so Falkner. Die S-Bahn konnte keine Angaben zu den Ticketverkäufen am Sonntag machen.

Am Ende des Tages fiel die Bilanz eher gemischt aus

BVG und S-Bahn, aber auch die Verkehrsbetriebe in Potsdam hatten den Aufruf von Politikern und Umweltverbänden, am Sonntag für den Klimaschutz das Auto stehen zu lassen, mit einer eigenen Aktion unterstützt. So konnte mit einem Einzelticket der Nahverkehr in Berlin beziehungsweise in Potsdam in den gesamten Tag über genutzt werden. Normalerweise gilt ein Einzelfahrschein maximal zwei Stunden.

Am Ende des Tages fiel die Bilanz eher gemischt aus. Während es laut BVG am Sonntag erkennbar mehr Fahrgäste in Bussen und Bahnen gab, vermeldeten die Verkehrsinformationszentrale und der ADAC Staus auf der Stadtautobahn wie an anderen Tagen auch.

Igeb mahnt zusätzliche Busspuren in Berlin an

„Von einer Verkehrswende in der Stadt ist nichts zu spüren“, beklagte auch Jens Wieseke, Sprecher des Berliner Fahrgastverbandes Igeb. Er forderte einen größeren Einsatz des Berliner Senats für echte Verbesserungen im Nahverkehrsangebot. So habe Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) 19 Kilometer zusätzliche Busspuren für Berlin angekündigt. „Doch bislang ist da nichts passiert“, kritisierte er.

Auch Michael Wedel, Landesvorsitzender des Deutschen Bahnkunden-Verbandes (DBV) sieht dringenden Handlungsbedarf. Vor allem im Regionalverkehr würden die Kapazitäten bei Zügen und Personal derzeit nicht ausreichen. „Da ist die Politik gefordert“, so Wedel.

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