Riesendrachen

Eichhörnchen, Wal und Oktopus fliegen übers Tempelhofer Feld

Beim Festival der Riesendrachen bewunderten die Besucher die fantasievollen Flugobjekte. Besonders die Kleinen waren begeistert.

Über 80 Drachenflieger aus ganz Europa zeigen ihre bis zu 26 Meter hohen und rund 50 Meter langen Drachen.

Über 80 Drachenflieger aus ganz Europa zeigen ihre bis zu 26 Meter hohen und rund 50 Meter langen Drachen.

Foto: dpa/Jörg Carstensen

Berlin. Es ist ein Anblick, der gute Laune macht. Hunderte Flugobjekte in Rot, Grün, Blau und Gelb schweben über dem Tempelhofer Feld. Unter den fliegenden Gestalten sind ein Teddybär, ein riesiger Zwerg, Tauben, Herzen und ein Rabe. Auch ein dreißig Meter langer Wal hat sich kurzzeitig in die Luft erhoben, sinkt dann aber wieder zurück auf den Boden. Zum Festival der Riesendrachen am gestrigen Sonnabend sind Zehntausende Besucher gekommen, darunter viele Familien. Zum achten Mal hat die Wohnbauten-Gesellschaft Stadt und Land zu diesem Event ein geladen.

Etwa 80 professionelle Drachenflieger aus Deutschland, Österreich, Belgien, Holland und Italien sind angereist und haben rund 1500 Drachen mitgebracht, darunter ein 30 Meter großes Windrad und eine 45 Meter lange Turbine, die sich in sich dreht. Je nach Windstärke lassen sie kleinere oder größere Fluggeräte in die Luft steigen. Dafür ist eine Fläche von 200.000 Quadratmetern abgesperrt und den Profis vorbehalten.

Doch die Zuschauer kommen auch jenseits der Absperrung auf ihre Kosten. Sie sehen Vorführungen zu Musik und das Simultanfliegen mehrerer kleiner Objekte. Der Berliner Drachenflieger Robert Kirsch vom Team „Aufwind extreme“ hat etwa 20 große Drachen im Gepäck, darunter einen Alien, der auf einer fliegenden Untertasse sitzt, und einen 40 Meter langen, gelben Oktopus, genannt Oki. „Oki wiegt 32 Kilogramm“, sagt der 35-Jährige. Er und seine Kollegen leisten Schwerstarbeit. Sie ziehen die riesigen Objekte, dirigieren sie in der Luft und holen sie wieder herunter. „Das ist unser Hobby“, sagt Kirsch. „Es ist ein Outdoorsport, mit Bewegung und Kraft.“ Das Tempelhofer Feld habe ganz besondere Windverhältnisse. Sie ändern sich immer wieder. „Es kann passieren, dass am anderen Ende die Fahnen wehen, aber hier bei uns die Drachen am Boden bleiben.“ Seit 2012 betreut Frank Hadamczik, Sprecher der Stadt und Land, das Event. „Wir hatten noch nie Regen beim Drachen-Festival“, erzählt er.

Unter Drachenfliegern ist das Ereignis beliebt. „Es ist eine Kulisse, die jeder aus den Geschichtsbüchern kennt. Dort Drachen fliegen zu dürfen, ist etwas Besonderes“, sagt Robert Kirsch. Zum ersten Mal schaut Kathleen Walter aus Fürstenwalde den Riesendrachen zu. Sie ist mit ihrer Schwester und deren Tochter nach Tempelhof gekommen. Die drei haben sich einen kleinen Drachen gekauft und lassen ihn steigen. „Es gefällt uns gut, und das Wetter stimmt.“