World Cleanup Day

Rund 14.000 Teilnehmer bei Putzaktionen in Berlin erwartet

Rund um den 21. September gibt es in Berlin Aktionen, bei denen die Stadt sauberer gemacht werden soll. Das Engagement ist groß.

Im August haben Berlin-Besucher im Mauerpark Müll gesammelt. Auch im Rahmen des „World Cleanup Day“ sind dort Teilnehmer unterwegs.

Im August haben Berlin-Besucher im Mauerpark Müll gesammelt. Auch im Rahmen des „World Cleanup Day“ sind dort Teilnehmer unterwegs.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Wie groß das Engagement der Berliner ist, wenn es darum geht, ihre Stadt sauber zu machen, das hat selbst die Organisatoren des „World Cleanup Day“ überrascht: 300 Anmeldungen sind für Aktionen bereits eingegangen, mit rund 14.000 Teilnehmern wird in der ganzen Stadt gerechnet – wobei viele Aktivitäten ohne Teilnehmerbegrenzung sind, sodass sich weitere Helfer auch kurzfristig anschließen können.

„Wird sind sehr positiv überrascht, was die Zahlen angeht“, sagte Beate Ernst, Vorstandsvorsitzende des Vereins „Wir Berlin“, der den Tag in Berlin koordiniert. „Und es melden sich immer noch Leute an.“ Der Verein hat in den vergangenen Jahren bereits erfolgreich Aktionstage organisiert, bei denen berlinweit an mehr als 200 Orten aufgeräumt wurde. Mit den diesjährigen Anmeldungen wird diese Zahl aber noch einmal deutlich übertroffen.

International findet am 21. September der „World Cleanup Day“ statt, die Berliner Morgenpost begleitet den Tag in der Stadt als Medienpartner. Im vergangenen Jahr hatten sich bereits Millionen Menschen in mehr als 150 Ländern an dem Saubermach-Tag beteiligt. In Berlin sind die Aktionen nicht auf einen Tag beschränkt, sondern beginnen bereits in der Woche vor dem 21. September. Das kommt besonders Schulen und Kindergärten entgegen, die unter der Woche zahlreiche Aktionen organisieren: 110 Schulen und 26 Kitas sind bisher mit dabei. „Das finden wir großartig“, sagte Anne Sebald, Projektleiterin bei „Wir Berlin“. Schließlich würde das Thema dann auch meistens im Unterricht oder in der Kita behandelt und damit an Eltern weitergetragen.

Bezirksamtsmitarbeiter putzten die Hasenheide

Neben den Bildungseinrichtungen beteiligen sich aber auch zahlreiche Unternehmen, Vereine, Initiativen oder Familien am „World Cleanup Day“. Der Verein GIB aus Pankow etwa organisiert eine Aktion mit etwa 20 Teilnehmern, um die Schönholzer Heide von Abfall zu befreien. Beteiligt sind dabei auch Menschen mit Behinderungen. Mitarbeiter des Bezirksamts Neukölln wiederum nehmen sich bei ihrer Putzaktion den Volkspark Hasenheide vor. Und die Tauchschule Dive’n in Reinickendorf widmet sich dem Tegeler See und dessen Ufer. Unterstützt werden die Aktionen von der Berliner Stadtreinigung, die die Teilnehmer sowohl mit Material ausstattet und den gesammelten Müll später von abgestimmten Orten abholt.

Auch in Treptow-Köpenick will sich ein Tauchverein darum kümmern, Müll aus dem Wasser zu holen. Der Tauchsportklub Adlershof ist dort am Stichkanal mit sechs bis acht Tauchern und weiteren Helfern an Land, berichtete Uta Auhagen. Der Verein hat sich schon in der Vergangenheit an verschiedenen Aufräumaktionen beteiligt, unter anderem im Teich des Nelly-Sachs-Parks in Schöneberg.

Doch auch bei normalen Tauchgängen werde auf Müll geachtet. „Schon vor mehr als 15 Jahren haben wir angefangen, aus verschiedenen Seen, in denen wir tauchen waren, Müll rauszuholen und zu entsorgen“, sagte Auhagen. Auch im Stichkanal seien sie vor ein paar Jahren bereits gewesen – und seien von Anwohnern nun wieder gefragt worden, ob sie beim Säubern des Kanals helfen können. „Es gibt immer noch Bürger, die ihre Abfälle im Wasser entsorgen“, so Auhagen. „Wir hoffen, ein Zeichen zu setzen.“

Initiatoren kämpfen gegen den wachsenden Verpackungsmüll

Mit den Aufräumaktionen soll vor allem Aufmerksamkeit erregt werden, so Beate Ernst. Daneben geht es dem Verein aber um einen langfristigen Effekt. „Es hat nur einen Wert, wenn ich mich auch mit dem Drumherum beschäftige“, sagte Ernst. „Wir wollen das Thema nachhaltig in der Stadtgesellschaft platzieren.“ Aus dem Grund wird am 21. September von 14 bis 19 Uhr ein Bühnenprogramm auf dem Steinplatz in Charlottenburg organisiert, das Punkte wie die wachsende Menge an Verpackungsmüll oder das Problem von Abfall in Gewässern aufgreift. Gleichzeitig sollen dort in verschiedenen Gesprächsrunden aber auch Lösungswege und Ideen aufgezeigt werden, wie nachhaltiges Leben im Alltag funktionieren und weniger Müll produziert werden kann. Damit der „World Cleanup Day“ Berlin auch langfristig ein Stück weit sauberer macht.

Den offiziellen Startschuss für die vielen Aktionen in Berlin gibt es am 18. September am Boulevard Berlin in Steglitz-Zehlendorf. An diesem Tag nehmen Schulklassen, Kitagruppen, sowie Mitglieder lokaler Vereine an einer Art Sternwanderung vom jeweiligen Standort bis zu dem Shopping-Center teil und räumen dabei den Kiez auf.

Mehr Informationen zum World Cleanup Day und den Aktionen gibt es unter www.wir-berlin.org/aktionstag. Weitere Anmeldungen von Aktionen sind möglich, können wegen der Kurzfristigkeit aber nicht mehr mit Material von der BSR versorgt werden.