E-Mobilität

Senat fördert E-Mobilität: Schon zwei Millionen ausgegeben

Die Elektro-Autos gehören noch immer zu den Exoten auf Berlins Straßen. Der Senat will das nun ändern und fördert die E-Mobilität.

Elektrofahrzeuge an der Ladesäule.

Elektrofahrzeuge an der Ladesäule.

Foto: Patrick Pleul / dpa

Berlin. Während private Nutzer noch immer eher zögerlich beim Kauf von E-Autos sind, setzen Lieferanten und Handwerker inzwischen häufiger auf Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb. Auch dank der Hilfen, die Berliner Senat seit dem Vorjahr anbietet.

Wie die Senatswirtschaftsverwaltung jetzt mitteilte, sind seit Einführung des Programms Welmo (wirtschaftsnahe Elektromobilität) knapp zwei Millionen Euro zur Förderung von Elektromobilität in Berlin ausgegeben worden. Mit dem Geld sei der Kauf von rund 450 E-Autos sowie der Aufbau von 360 Ladestationen unterstützt worden.

Insgesamt sind bei der zuständigen Investitionsbank Berlin (IBB) gut 2100 Förderanträge eingegangen, von denen bereits mehr als 1000 bewilligt worden, heißt es weiter. Mit Welmo fördert der Senat die Anschaffung eines Hybrid- oder Elektrofahrzeugs in kleinen und mittleren Betrieben. Pro Fahrzeug kann es bis zu 8.000 Euro Zuschuss geben.

Gerade einmal ein Prozent E-Autos

Verglichen mit der Gesamtzahl aller Fahrzeuge in Berlin fristen E-Autos allerdings weiter ein Nischendasein. So fahren von den rund 1,2 Millionen in der Hauptstadt zugelassenen Fahrzeugen mehr als 850.000 mit Benzin- und weitere 310.000 mit Dieselmotor. Der Anteil der Autos mit Hybrid- oder reinem Elektroantrieb liegt addiert gerade mal bei einem Prozent.

Nicht nur die noch immer deutlich höheren Anschaffungskosten, sondern auch die oft fehlende Ladeinfrastruktur schrecken potenzielle Käufer bisher ab. Laut Senatsverkehrsverwaltung gibt es derzeit 793 öffentlich zugängliche Punkte in der Stadt, an denen E-Autos ihre Batterien aufladen können.

Fast die Hälfte davon befindet sich in den Innenstadtbezirken Mitte und Charlottenburg-Wilmersdorf (zusammen knapp 350). Dagegen gibt es in Treptow-Köpenick lediglich 16 und Reinickendorf gerade mal acht Ladepunkte. Von dem Anfang 2018 im Rahmen eines Zehnpunkteplans zur Luftreinhaltung verkündeten Ziel, innerhalb von zwei Jahren mindestens 1000 zusätzliche Ladestationen in Berlin in zwei Jahren zu schaffen, ist der Senat noch weit entfernt.

Senatorin Pop will weniger Autos in der Stadt

Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) ist dennoch zufrieden: „Der Umstieg auf Elektromobilität im Land Berlin nimmt an Fahrt auf“, konstatierte sie. In einer wachsenden Stadt wie Berlin könne es ohnehin nicht nur darum gehen, jedes fossil angetriebene Auto durch ein elektrisch betriebenes Fahrzeug auszutauschen.

„Wir müssen den öffentlichen Raum fairer verteilen, mehr Platz auf Berlins Straßen und Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer schaffen, insbesondere für Fußgänger und Fahrradfahrer. Je weniger Autos sich auf der Straße bewegen, desto mehr Platz ist für jene, die wirklich auf das Auto angewiesen sind, wie beispielsweise Feuerwehr, Wirtschaftsverkehr und Taxi“, sagte sie.