Gedenkstätten

Gedenkstätte Sachsenhausen: Kinder und Jugendliche im KZ

Bogdan Bartnikowski, polnischer KZ-Überlebender und Zeitzeuge.

Bogdan Bartnikowski, polnischer KZ-Überlebender und Zeitzeuge.

Foto: dpa

Oranienburg. Die Gedenkstätte Sachsenhausen nimmt die letzten Überlebenden des KZ-Terrors in den Blick und lässt deren Erinnerungen als Kinder und Jugendliche in dem Lager aufleben. An einem Bildschirm können sich Besucher seit Dienstag über das Schicksal von vierzehn Überlebenden informieren, die als Kinder oder Jugendliche in dem Lager in Oranienburg inhaftiert waren, wie die Gedenkstätte mitteilte.

In dem Projekt schildern die Überlebenden in filmischen Interviewsequenzen ihre Erlebnisse, berichtet die Gedenkstätte. Schriftliche Zeitzeugnisse wurden dazu von Schülern eingelesen und mit historischen Fotografien und Häftlingszeichnungen aus dem KZ Sachsenhausen sowie neu erstellten Computeranimationen illustriert. "Mindestens 3 000 der insgesamt 200 000 Häftlinge des KZ Sachsenhausen waren Kinder und Jugendliche", so Astrid Ley, stellvertretende Gedenkstättenleiterin.

Bogdan Bartnikowski kam nach Angaben der Gedenkstätte als 12-Jähriger im Januar 1945 in das KZ Sachsenhausen. An eine Fahrt mit der S-Bahn vom Außenlager Blankenburg zur Enttrümmerungsarbeiten im Berliner Stadtzentrum erinnert er sich besonders: "Wir saßen in denselben Waggons wie die Berliner. Einmal, ich war an diesem Tag verschüttet worden und meine Kleidung war völlig verschmutzt, saß ich bei der Rückfahrt ins Lager neben einer Frau. Ich spürte, wie sie immer näher an mich heranrückte, und als die Bahn anhielt, steckte sie mir etwas zu. Es war ein kleines Brötchen mit etwas Margarine und einer dünnen Scheibe Wurst. Ich bin immer noch gerührt, wenn ich daran denke."