Politik

Staatssekretärin Junker: "Ich kehre zu den Wurzeln zurück"

Vera Junker wird neue Staatssekretärin in der Finanzverwaltung. Sie gilt als eine der profiliertesten Banken-Ermittlerinnen.

Vera Junker (Archivbild)

Vera Junker (Archivbild)

Foto: Reto Klar

Berlins leitende Oberstaatsanwältin gibt die Verbrecherjagd auf. Vera Junker (57) wechselt als Staatssekretärin in die Senatsverwaltung für Finanzen. Dort wird sie als Nachfolgerin von Margaretha Sudhof für die Landesbeteiligungen, die Steuerbehörden und das Verwaltungsmanagement zuständig sein. Junker wurde dadurch bekannt, dass sie den Berliner Bankenskandal untersuchte.

Frau Junker, warum wechselt eine Staatsanwältin jetzt als Staatssekretärin in die Finanzverwaltung?

Vera Junker: Ich habe einst in der Finanzverwaltung angefangen. In der Staatsanwaltschaft habe ich fast ausschließlich Wirtschaftsstrafrecht gemacht. Jetzt kehre ich sozusagen zu den Wurzeln zurück. So eine Chance bekommt man nur einmal. Ich habe viele spannende Felder zu betreuen.

Gibt es Parallelen zwischen Ihren neuen Aufgaben und Ihrer bisherigen Tätigkeit?

Wirtschaftliches Denken braucht man auch als Staatsanwältin. Ich muss wissen, was noch wirtschaftlich ist und was etwa schon an Untreue grenzt. Ich habe bisher nur von der strafrechtlichen Seite in die Unternehmen geschaut. Das kann ich jetzt auch von der wirtschaftlichen Seite her tun. Und ich kann politisch bewerten, was das dem Land Berlin bringt.

Sie sind ja jetzt auch für die Steuerverwaltung zuständig. Was sollte man dort ändern, um es Kriminellen und Steuerhinterziehern noch schwerer zu machen?

Gesetzlich müssen wir nicht mehr viel tun. Ganz viele Lücken sind ja schon geschlossen worden. Aber wir brauchen natürlich ausreichend viele Steuerfahnder und entsprechend viele gut ausgebildete Staatsanwälte, die die Fälle verfolgen. Es ist eine Freude zu sehen, wie in gut geführten Verfahren Vermögen abgeschöpft wird. Da kommt richtig Geld rein für das Land.

Sie haben ja damals den Fall Landowsky und die Bankgesellschaft Berlin untersucht. Wäre so etwas heute in den Landesbeteiligungen noch möglich?

Das Bewusstsein, welche Risiken als Land man eingehen kann und wofür man zum Beispiel Bürgschaften übernimmt, ist stark gewachsen. Man ist ein gebranntes Kind. Das wird nicht noch einmal passieren.