Veranstaltung

Tag des offenen Denkmals: Tipps für Besucher

Am Wochenende ist es wieder so weit: Besucher können die Denkmäler der Stadt erkunden. Wir geben eine Auswahl.

Der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. (Archivbild)

Der Märchenbrunnen im Volkspark Friedrichshain. (Archivbild)

Foto: Christian Reister / picture alliance / imageBROKER

In Berlin und Brandenburg öffnen am Wochenende Einrichtungen wie Museen und Ausstellungen ihre Türen. Um den jährlichen Tag des offenen Denkmals hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wieder ein ganzes Wochenende mit Führungen und Gelegenheiten zum Hineinschnuppern geschaffen. Das Motto in diesem Jahr: Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur. Aus den vielfältigen Angeboten haben wir aus den Bezirken sowie Potsdam Besonderheiten zusammengetragen.

Charlottenburg-Wilmersdorf

Auf Berlins Straßen finden sich noch immer unzählige Gaslaternen – bis zu 150 Jahre alt und die meisten noch voll funktionstüchtig. Der Förderverein Gaslicht-Kultur hat eine Fahrradtour vorbereitet, bei der einige Exemplare besichtigt werden können.

Start am Sonnabend und Sonntag je um 20 und 21 Uhr am Ausgang des U-Bahnhofs Schloßstraße, Sophie-Charlotte-Platz, 14057 Berlin, eigenes Fahrrad erforderlich

www.gaslicht-kultur.de

Friedrichshain-Kreuzberg

Den Märchenbrunnen Ludwig Hoffmanns von 1913 prägen vor allem die Skulpturen der Bildhauer Ignaz Taschner, Joseph Rauch und Georg Wrba. Sein Vorbild waren die Wassertheater italienischer Adelspaläste des 16. und 17. Jahrhunderts und mit der lenkenden Hand Kaiser Wilhelms II. schuf er eine märchenhafte Machtarchitektur, deren rassistische Details im Gebüsch Platz fanden. Die Wiederherstellung der Skulpturen fand 2007 statt. Treffpunkt für eine Führung am Sonnabend ist 14 Uhr am Eingang Am Friedrichshain. Eine zweite Führung gibt es Sonntag, 10 Uhr.

Am Friedrichshain, 10249 Berlin

www.friedrichshainer-geschichtsverein.de

Lichtenberg

Eine Siedlung für Geringverdienende sollte es werden. Das von Peter Behrens in den Nachkriegswirren 1919 bis 1920 errichtete Ensemble in Karlshorst – die Waldsiedlung Lichtenberg –ist auch heute noch sehenswert. Die Führung mit Albrecht Gramberg am Sonntag beginnt 13 Uhr.

Waldsiedlung Lichtenberg, Greyeweg, Treffpunkt: Ecke Drosselstieg 10318 Berlin

www.kulturring.org

Marzahn-Hellersdorf

Das Dorf Alt-Marzahn beherbergt eine bis heute produzierende Museumsmühle. Gemahlen wird Roggen, Weizen und Dinkel. Zusammen mit der Freiluftausstellung erfährt man alles über die 130-jährige Tradition des Mühlenhandwerks. Geöffnet ist am Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Führungen werden nach Bedarf angeboten.

Marzahner Mühle, Hinter der Mühle 4, 12685 Berlin.

www.marzahner-muehle.de

Mitte

Mitte hält etliche spannende Ziele bereit. Sowohl geographisch als auch in seiner Bedeutung zurzeit zentral ist das Areal um den Molkenmarkt. Wie mit dem historischen Grundriss umgegangen wird, stellt eine Herausforderung dar. Die Führung unter dem Titel „Lauter gute Adressen - Bauten und Bewohner im Viertel zwischen Molkenmarkt und Waisenstraße“ beschäftigt sich mit der Baugeschichte und dem was nicht sichtbar ist: den Schicksalen der Menschen. Am Sonntag gibt es um 11 und 15 Uhr Rundgänge.

Molkenmarkt 3, Treffpunkt: Palais Schwerin 10179 Berlin

www.buergerforum-berlin.org

Neukölln

Zwischen 1926 und 1930 entstand das neue Sudhaus der Berliner Kindl-Brauerei. Nach der Stilllegung 2005 wird in dem Backsteingebäude seit 2009 durch eine Privatbrauerei wieder Bier gebraut. Schüler untersuchten das Sudhaus hinsichtlich seiner Umbrüche, seines Stils und seiner Nutzung. Die Ergebnisse, festgehalten in einem Podcast, sind am Sonnabend und Sonntag während des Cafébetriebs von 12 bis 17 Uhr zu hören.

Kindl-Brauerei, Am Sudhaus 3, Werbellinstraße 50 12053 Berlin

www.barbabette.com

Pankow

1902 wurde das Stadtbad Prenzlauer Berg als Volksbadeanstalt eröffnet. Heute steht es nach seiner Sanierung als Hotel und Veranstaltungsort zur Verfügung. Sehenswert: Alle Skulpturen und Verzierungen sind noch vorhanden. Von 10 bis 18 Uhr gibt es an beiden Tagen stündlich Führungen. Treffpunkt ist die Rezeption.

Stadtbad Oderberger Straße, Oderberger Straße 57-59, 10435 Berlin

Reinickendorf

Für die Besichtigung der Schulfarm Insel Scharfenberg wird festes Schuhwerk empfohlen. Der Pädagoge Wilhelm Blume errichtete auf dem sich einst im Besitz der Familie von Humboldt verbliebenen Areal ein Gymnasium. Mithilfe des Architekten Richard Ermisch entstanden etwa 20 Baudenkmale. Rundgänge gibt es am Sonntag gleich mehrere: 11, 11.30, 12, 12.30, 13, 13.30, 14 und 14.30 Uhr. Treffpunkt: Fähranleger auf der Insel.

Insel Scharfenberg, 13505 Berlin

www.schulfarm-insel-scharfenberg.de

Spandau

Ein besonderes Zusammenspiel von Natur und Festungsarchitektur verspricht der Besuch des Forts Hahneberg. Es wurde 1882 bis 1889 gebaut, um feindliche Angriffe auf die in Spandau konzentrierten Rüstungsfabriken abzuwehren. Die Ausstellung „Fort Hahneberg – gestern und heute“ kann am Sonntag von 14 bis 17 Uhr besucht werden.

Fort Hahneberg, Hahnebergweg 50, 13593 Berlin

www.forthahneberg.de

Steglitz-Zehlendorf

Das „Wrangelschlösschen“, wie das Gutshaus Steglitz auch genannt wird, gilt als das letzte Bauzeugnis des preußischen Frühklassizismus in Berlin. Erbaut wurde es von 1801 bis 1804 von David Gilly und Heinrich Gentz. Das Ensemble wurde denkmalgerecht wieder hergerichtet. Geöffnet ist am Sonnabend und Sonntag von 12 bis 18 Uhr.

Gutshaus Steglitz, Schloßstraße 48, 12165 Berlin

www.berlin.de/ba-steglitz-zehlendorf/auf-einen-blick/gutshaus-steglitz

Tempelhof-Schöneberg

Neben dem Tempelhofer Flughafen, der am Wochenende besichtigt werden kann, lohnt sich auch ein Besuch im Museum zur Geschichte der Berliner Stadtreinigung und Müllabfuhr. Gesammelt werden Dinge aus der Geschichte der Straßenreinigung. Zu sehen gibt es auch originalgetreu restaurierte Fahrzeuge. Eine geführte Tour gibt es am Sonnabend 11 Uhr. Treffpunkt ist beim Pförtner. Am Sonntag ist die Ausstellung von 11 bis 16 Uhr geöffnet.

Museum zur Geschichte der Berliner Stadtreinigung und Müllabfuhr, Ringbahnstraße 96, 12103 Berlin

Treptow-Köpenick

Der 115 Jahre alte Straßenbahnbetriebshof Köpenick besticht durch seine architektonische Gestaltung: Rundbogentore, seitliche Einfahrten, geschwungene Giebel. Die ersten Gebäude, Verwaltungsgebäude, entstanden 1903. Zu sehen ist außerdem die Sammlung historischer Straßenbahnen. Geöffnet ist am Sonnabend und von 11 bis 17 Uhr. Führungen nach Bedarf, Treffpunkt am BVG-Zelt.

www.bvg.de

Potsdam

Das Palais Am Stadthaus wurde 1874 von Ernst Ludwig Reinhold Persius entworfen und gestaltet. 1998 ist das denkmalgeschützte Gebäude wiederhergerichtet worden und bietet seither den Besuch in einem ausgesprochen prachtvollen Baudenkmals aus dem Spätklassizismus. Geöffnet ist am Sonntag während der Vorträge um 14 und 16 Uhr.

Palais Am Stadthaus, Friedrich-Ebert-Straße 37, 14469 Potsdam

www.palais-am-stadthaus.de

Die Potsdamer Friedenskirche ist heute Unesco-Welterbe. An ihrem Bau waren gleich zwei Architekten beteiligt. Gebaut wurde zunächst nach den Plänen von Ludwig Persius. Nach dessen Tod vollendete Friedrich August Stüler die oberitalienischen Klosterbauten nachempfunden Kirche. Als Vorlage diente ein Kupfterstich von San Clemente in Rom. Geöffnet ist am Sonntag ab dem Gottesdienst um 10.30 Uhr. Im Anschluss gibt es eine Kirchenführung zur Baugeschichte. Diese wird um 11 Uhr wiederholt.

Friedenskirche, Am Grünen Gitter, Park Sanssouci 14469 Potsdam

www.denkmalschutz.de/friedenskirche