Zahlen, Fakten, Trends

Was man über die IFA 2019 wissen muss

Am Freitag öffnet die IFA in Berlin. 2000 Aussteller zeigen sich auf der weltweit wichtigsten Messe für Unterhaltungselektronik.

Nicht nur Fernseher werden immer intelligenter. Auf der IFA zeigen Hersteller auch schlaue Haushaltsgeräte.

Nicht nur Fernseher werden immer intelligenter. Auf der IFA zeigen Hersteller auch schlaue Haushaltsgeräte.

Foto: Franziska Gabbert / dpa-tmn

Berlin. Fernseher, die neuesten Smartphones oder Virtual-Reality-Brillen der jüngsten Generation suchte man am Mittwoch in der Messe unter dem Funkturm noch vergeblich. Kurz vor der Eröffnung der diesjährigen 59. Internationalen Funkausstellung (IFA) waren die Hallen fest in der Hand der Bauarbeiter. Überall wurden Stände zusammengeschraubt und mit letzten Lackarbeiten auf Hochglanz gebracht. Über die vielen Baustellenteppiche, die zum Schutz des Bodens ausgelegt wurden, schoben Arbeiter Rollwagen mit großen Kisten. Bis Freitag muss alles fertig sein. Denn dann wird die Messe für Besucher eröffnet.

Die Erwartungen seien sehr positiv, sagt IFA-Direktor Jens Heithecker. „Wir sind von der Ausstellerzahl wieder gewachsen, das heißt, es sind mehr Unternehmen mit mehr Ideen und mehr Produkten nach Berlin gekommen.“ Mit komplett ausgebuchter Fläche beherbergt die IFA in diesem Jahr 1939 Aussteller auf rund 163.900 Quadratmetern. Im vergangenen Jahr zählten die Verantwortlichen 244.000 Besucher.

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IFA 2019 in Berlin - Das sind die drei großen Trends der Aussteller

„Innovationskraft und die Fähigkeit der beteiligten Branchen, stets schnell und flexibel auf den Bedarf zu reagieren und die Bedürfnisse der Konsumenten zu erfüllen, prägen bis heute die Erfolgsgeschichte der IFA“, sagt Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der gfu Consumer & Home Electronics GmbH, die die Messe mitveranstaltet. Die habe sich längst zur weltweit bedeutendsten Plattform für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte entwickelt. Im vergangenen Jahr seien Waren im Wert von insgesamt 4,7 Milliarden Euro verkauft worden.

Künstliche Intelligenz, Sprachsteuerung und 5G-Vernetzung sind die drei großen Trends, die 2019 vielerorts zu finden sein werden. „Die IFA steht aber immer noch für TV-Geräte“, sagte Geschäftsführer Heithecker. Die Bildschirme würden immer größer, weil dank Auflösungen von 4K oder 8K ein scharfes Bild garantiert ist. Außerdem seien Fernseher heute hochkomplexe Computer. „Das kann man hier wirklich mal testen, erfragen und sehen, um sich selbst für die nächsten technologischen Schritte fit zu machen.“ Die Mischung aus neuen Produkten und technologischen Trends, die sich im Markt gerade revolutionär durchsetzen, aber auch der national und international nicht einfache Marktsituation mit sinkenden Absätzen würden die IFA in diesem Jahr prägen.

Mit Japan präsentiert sich erstmals ein Partnerland

Neben der Ausstellung halten Branchengrößen eine Reihe von Vorträgen. Auf der Konferenz „Shift Automotive“ am 10. und 11. September wollen Fachleute zukunftsweisende Konzepte der Mobilität diskutieren. In Halle 26 gibt es bereits zum dritten Mal das Innovationslabor „IFA Next“, wo innovative Firmen, Forschungseinrichtungen und Start Ups ihre Ideen für die Zukunft zeigen können. Mit Japan gibt es dort in diesem Jahr zum ersten Mal ein Partnerland, das sich in einem eigenen Pavillon präsentiert. Japanische Firmen wollen dort unter anderem Möglichkeiten vorstellen, die es allen gesellschaftlichen Gruppen erlauben soll, von Technologien in einer sich rasch weiterentwickelnden digitalen Wirtschaft zu profitieren. Die Innovationskraft dieses Landes werde in der westlichen Welt stets unterschätzt, so Heithecker weiter. Bauteile von großen japanischen Technikkonzernen fänden sich weltweit in fast allen Produkten. „Und was wir hier meist auch nicht kennen, ist die dortige Start Up-Szene.“

Die IFA steht in diesem Jahr auch unter dem Motto „Co-Innovation“, was sinngemäß soviel wie „gemeinsame Erneuerung“ bedeutet. „Der hohe Standard der Innovation, der in Berlin gezeigt wird, zeigt, wie wichtig es ist, Handelsbarrieren niedrig zu halten“, sagt Messe Berlin-Geschäftsführer Christian Göke in Hinblick auf wirtschaftliche Konflikte vor allem zwischen den USA und China. Andernfalls verlangsame sich die Dynamik der Innovation, was sich wiederum negativ auf Konsumenten und Gesellschaft auswirke.

Die IFA findet vom 6. bis zum 11. September in den Messehallen unter dem Funkturm statt. Sie ist täglich von zehn bis 18 Uhr geöffnet. Die Tageskarten kosten im Online-Vorverkauf 13 Euro und an der Tageskasse 17,50 Euro. Die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen, da die Stellplätze vor Ort begrenzt sind. Ansonsten fährt auch ein Shuttlebus vom Parkplatz am Olympiastadion. Weitere Informationen unter www.ifa-berlin.de.