Immobilien

Wo in Berlin zahlreiche Wohnungen am Wasser entstehen

Wohnungen an Berlins Gewässern sind beliebt. Das Unternehmen Buwog errichtet weit über Tausend davon bis flussaufwärts nach Grünau.

Abteilungsleiterin Eva Weiß von Buwog, am künstlichen Wasserbecken des Projekts „52Grad Nord“.

Abteilungsleiterin Eva Weiß von Buwog, am künstlichen Wasserbecken des Projekts „52Grad Nord“.

Foto: David Heerde

Berlin. Vom Boot aus ist noch nicht viel zu erkennen. Die hohe Ufermauer zur Spree versperrt die Sicht. Nur vier Kräne ragen darüber hinaus. Wenn Eva Weiß davon spricht, wirkt das, was auf dem großen, noch unbebauten Baufeld in Niederschöneweide entstehen soll, dennoch schon anschaulich: Hier Wohnungen, dort ein soziales Projekt, an den Seiten Ladenlokale mit Cafés, am Ende ein ganzes Stadtquartier, erklärt Weiß, die beim Baugesellschaft des Unternehmens Buwog die Immobilienentwicklung leitet.

Wohnen am Wasser, die glitzernde Oberfläche vor Augen, das Plätschern der Wellen im Ohr: Für viele Menschen ist das ein Traum. Entlang der Spree sind daher in den vergangenen Jahren etliche neue Wohnprojekte entstanden, einige weitere werden erst in den kommenden Jahren fertig werden.

Buwog errichtet entlang der Spree weiter über 1000 Wohnungen

Unter denen, die dort bauen ist auch die Buwog. Gleich auf mehreren teils riesigen Baufeldern entlang der Spree errichtet das Immobilienunternehmen weit über Tausend neue Wohnungen, immer weiter flussaufwärts bis an den Rand Berlins in Grünau. Was das Unternehmen vor hat, stellte die Gesellschaft jetzt auf einer Tour entlang der Spree vor.

Dazu zählt auch die große Fläche in Niederschöneweide fast gegenüber der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW). Auf etwa 60.000 Quadratmetern will das Unternehmen hier unter dem Namen „Wohnwerk“ bis 2025 rund 800 Wohnungen errichten. Zu DDR-Zeiten lagen hier Arbeitsstätten des VEB Berliner Metallhütten und Halbzeugwerke. Die Anlagen mussten daher zunächst abgerissen werden – und nicht nur die: „Der Boden war schwerstbelastet“, erklärt Eva Weiß. Großflächig musste die Erde abgetragen werden.

Erste Häuser mit Wasserblick sollen bereits Ende 2020 fertig sein

Nun laufe das Bebauungsplanverfahren. Mit dem ersten Bauabschnitt konnte unabhängig davon aber bereits begonnen werden. Auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht, sollen die ersten Häuser Ende 2020 fertig sein. Bis zum Jahresende 2021 möchte das Unternehmen 326 Wohneinheiten fertig stellen.

Allesamt Mietwohnungen, die dann in den Bestand des Immobilienkonzerns Vonivia übergehen. Denn das ursprünglich österreichische Wohn- und Bauunternehmen Buwog wurde 2018 von Deutschlands größtem Immobilienkonzern übernommen. Am Ende sollen die 800 Einheiten zur Hälfte vermietet, zur Hälfte als Eigentumswohnungen verkauft werden. Bei den vermieteten Flächen strebe man einen sozial geförderten Anteil von 15 bis 20 Prozent an, so Weiß.

Im "Strohhalm" gibt es auch 44 Mikroapartments

Hinzu kommt im ersten Bauabschnitt ein besonderes Projekt: Unter dem Namen „Strohhalm“ baut Buwog ein Haus mit 48 Wohnungen. Neben 44 Mikroapartments, die sich in erster Linie an Studenten der nahen HTW richten werden, sollen vier Wohngruppen für Obdachlose des sozialen Trägers SPI einziehen. Das Projekt sei schon bisher in der Gegend angesiedelt gewesen,

„Wir sind angesprochen worden, dass sie aus ihrem bisherigen Haus ausziehen müssen“, sagt Weiß. Der Abteilungsleiterin ist das Projekt wichtig, genauso wie, dass die geplanten Sozialwohnungen wirklich verteilt liegen innerhalb des gesamten Blocks. „Entlang der Spree soll eine öffentlich zugängliche Uferlinie verlaufen. Dass Buwog die große Baufläche in Etappen entwickelt hat System. Die einzelnen Gebäude sollen dadurch individueller sein und verhindern, dass das neue Quartier am Ende monoton aussieht“, sagt Weiß.

140 Eigentumswohnungen der „Uferkrone“ verkauft

Das gilt auch für ein weiteres Bauprojekt, das Buwog weiter südöstlich entlang der Spree entwickelt. Dort, mit Blick auf die Köpenicker Altstadt baut das Unternehmen das Projekt „Uferkrone“. Der erste Bauabschnitt ist bereits seit 2018 fertig und alle 140 Wohnungen vollständig als Eigentumswohnungen verkauft. Obwohl nur zwei Architektenteams für die mehr als ein halbes Dutzend Gebäude verantwortlich sind, hat jedes eine ganz eigenständige Fassade und Architektur. „Wir haben versucht, jedem Gebäude ein eigenes Gesicht zu geben“, sagt Weiß.

Anstrengend sei das, und teuer dazu. „Da sind Dinge, die man sich sparen könnte, aber dadurch verliert man Qualität im Projekt.“ In der zweiten Bauetappe plant Buwog weitere 83 Wohneinheiten. Blick aufs Wasser und Altköpenick sowie ein hauseigener Steg haben ihren Preis: Die Eigentumswohnungen liegen hier im Schnitt trotz der Entfernung zum Zentrum bei 5000 Euro pro Quadratmeter.

Neues Quartier auf 100.000 Quadratmetern

Deutlich größere Dimensionen hat hingegen, was das Unternehmen noch ein Stück die Dahme aufwärts in Grünau baut. Im Projekt „52 Grad Nord“ plant Buwog ein Quartier auf einer Fläche von 100.000 Quadratmetern. Seit 2015 wird gebaut, die ersten Häuser sind bereits bezogen, die quartierseigene Kita eröffnet. Komplett fertig soll das Gelände spätestens 2024 sein. Dann stehen hier knapp 1000 Wohnungen, ein Drittel davon zur Miete, mit insgesamt etwa 2500 Bewohnern. 60 bis 70 Prozent davon kämen aus dem direkten Köpenicker Umfeld, heißt es von Buwog. Wer einmal in Wassernähe wohnt, will wohl immer dort bleiben.