Feuerwehr

Computerpanne der Feuerwehr dauerte bis zum späten Abend

Das Alarmsystem der Berliner Feuerwehr war zusammengebrochen. Einsatzkräfte berichteten von "absolutem Chaos".

Eine Computerpanne sorgte bei der Feuerwehr Berlin für einen Ausnahmezustand.  (Symbolbild).

Eine Computerpanne sorgte bei der Feuerwehr Berlin für einen Ausnahmezustand. (Symbolbild).

Foto: Wolfram Steinberg/dpa / picture alliance/Wolfram Steinberg

Berlin. Die Berliner Feuerwehr hat am Dienstagvormittag gegen 11.45 Uhr den „Ausnahmezustand Rettungsdienst“ ausgerufen. Der Grund dafür war ein Fehler im Alarmsystem in der Leitstelle der Feuerwehr am Nikolaus-Groß-Weg in Charlottenburg, wie die Feuerwehr mitteilte.

Wie es später am Dienstag hieß, kam es bei Wartungsarbeiten am Einsatzleitsystem zu einem technischen Fehler. Ob der Fehler bei einem Update der Computer-Software entstanden ist, konnte nicht gesagt werden.

Feuerwehr im Ausnahmezustand: Mehr Arbeit beim Disponieren der Rettungswagen

Wie der Behördensprecher sagte, kamen Anrufer, die die Notrufnummer 112 wählten, aber durch, und ihr Anliegen wurde bearbeitet. Es haber aber länger als sonst üblich dauern können. „Für die Leitstelle bedeutet das mehr Arbeit beim Disponieren der Rettungsfahrzeuge“, sagte der Sprecher. Um den zeitlichen Mehraufwand und das häufig erhöhte Einsatzaufkommen in den Spitzenzeiten tagsüber abzufangen, wurde der Ausnahmezustand ausgerufen.

Fünf Freiwillige Feuerwehren wurden alarmiert. „Die Berliner Feuerwehr hat 200 zusätzliche Kräfte in den Dienst gerufen“, sagte der Sprecher. „Neben der Berufsfeuerwehr sind Freiwillige Feuerwehren und Mitarbeiter von Hilfsorganisationen im Dienst. Von der Berliner Feuerwehr- und Rettungsdienst-Akademie wurden zusätzlich fünf Rettungsfahrzeuge mit Auszubildenden und Ausbildern an Bord angefordert.“ Selbst der Leiter der Akademie war am Dienstag in einem Rettungsfahrzeug im Einsatz.

Einsatzkräfte: „Absolutes Chaos wegen eines kompletten Systemausfalls"

Auch die Besatzungen von Lösch- und Drehleiterfahrzeugen waren in Bereitschaft und konnten je nach Aufkommen Rettungsfahrzeuge besetzen und zu Notfällen ausrücken. Als sogenannte First Responser (Ersthelfer) waren Sanitäter für die Erstversorgung im Einsatz bis Rettungssanitäter beziehungsweise Notärzte eintrafen. Dafür wurden auch Lösch- und Drehleiterfahrzeuge genutzt.

Wie die Morgenpost von Feuerwehrleuten erfuhr, war das Einsatzleitsystem erst um 20 Uhr wieder funktionsfähig, gegen gegen 21.30 Uhr konnte man in den Normalbetrieb wechseln. Erste Einsätze konnten dann um 21.55 im Einsatzleitsystem angelegt und bearbeitet werden.

Die Einsatzkräfte, die ungenannt bleiben wollen, sprachen von einem „absoluten Chaos wegen eines kompletten Systemausfalls“. Das ganze System sei zusammengebrochen, sagte ein Feuerwehrmann. Alle Alarmierungen sollen Mitarbeitern zufolge über Funk und Telefon erfolgt sein.

Feuerwehr Berlin testet neues System in der Leitstelle

Seit Mai dieses Jahres testet die Feuerwehr ein neues System in der Leitstelle. Mit dem Test habe der Systemausfall aber nichts zu tun, sagte ein Feuerwehrsprecher. Bei dem Testsystem geht es darum, dass künftig jedes Fahrzeug mit einem Stichwort im System hinterlegt wird.

Die Verfügbarkeit der Fahrzeuge ist dynamisch. Das heißt, ein Fahrzeug, das gerade frei und auf der Anfahrt zu einem Notfall ist, kann von einem anderen Fahrzeug abgelöst werden, das sich näher am Einsatzort befindet. Das ist etwa dann der Fall, wenn Notarztfahrzeuge oder Rettungswagen gerade ihren Einsatz beendet haben und plötzlich frei werden.

Die Berliner Hilfsorganisationen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) waren mit 30 Fahrzeugen und 60 Einsatzkräften zur Unterstützung der Berliner Feuerwehr im Dienst, wie das DRK am Dienstagnachmittag mitteilte.

Hintergrund: Berliner Feuerwachen sind fast alle unterbesetzt