Pilotprojekt

Leistungssportler beginnen mit der Polizei-Ausbildung

Innensenator Andreas Geisel (SPD) versucht mit einem neuen Konzept Leistungssportler zur Polizei zu locken.

Polizeianwärter in Berlin (Archivbild)

Polizeianwärter in Berlin (Archivbild)

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Berlin. Am Montag sind mehr als 300 neue Polizeianwärter des mittleren Polizeivollzugsdienstes ernannt worden. Unter ihnen sind auch eine Leistungssportlerin und drei Leistungssportler vom Olympiastützpunkt (OSP) Berlin aus den Bereichen Rudern, Wasserspringen, Beachvolleyball und Radsport. Laut Innenverwaltung erfolgte die Ernennung im Rahmen eines Pilotprojektes. Dafür sei an der Polizeiakademie eigens eine neue Ausbildungsklasse eingerichtet worden. Ziel sei es, dass die Anwärter neben ihrer Ausbildung auch weiter ihren Leistungssport betreiben können, hieß es aus der Innenverwaltung. Dafür werde der Ausbildungsverlauf entsprechend angepasst und von 2,5 auf 4,5 Jahre gestreckt. So sei es für die Leistungssportler möglich, Training und Wettkampf mit einer Berufsausbildung zu vereinbaren.

Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte: „Im Koalitionsvertrag haben wir vereinbart, den Leistungssport zu fördern sowie Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Sportlerinnen und Sportler in unseren Behörden bereitzustellen“. Die Innenverwaltung wies allerdings auch darauf hin, dass die vier Leistungssportler genau die gleichen Einstellungstests wie alle anderen absolvieren mussten. Der Leiter des Olympiastützpunktes Berlin, Harry Bähr, betonte, dass das ein sehr guter Tag für den Leistungssport und die Polizei in Berlin sei.

Der Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Norbert Cioma, begrüßte die Einstellungsoffensive. Er forderte die Politik aber auch auf, die Besoldung der Beamten zu verbessern und auf den Bundesdurchschnitt anzuheben. Außerdem müssten die räumlichen und personellen Kapazitäten an der Polizeiakademie verbessert werden. „Eine Vielzahl derjenigen, die heute ernannt werden, sehen wir ab dem Jahr 2022 auf der Straße und den Dienststellen. Sie sind die Zukunft und die sieht gar nicht so übel aus“, sagte Cioma am Montagmorgen.