Gesellschaft

VBKI-Sommerfest: Berliner Kaufleute feiern 140. Geburtstag

1879 gründeten Unternehmer die „Vereinigten Berliner Kaufleute und Industriellen“. Auf dem Sommerfest schaut der VBKI nach vorn.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Morgenpost-Chefredakteurin Christine Richter und VBKI-Präsident Markus Voigt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), Morgenpost-Chefredakteurin Christine Richter und VBKI-Präsident Markus Voigt.

Foto: Sergej Glanze / FUNKE Foto Service

Berlin. Das, was die Stadt eigentlich ausmache, müsse erhalten werden, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) ganz am Ende seiner Eröffnungsrede auf dem Sommerfest des Vereins Berliner Kaufleute und Industrieller (VBKI) am Freitagabend auf dem Euref-Campus in Schöneberg. Berlin sei die Stadt der Freiheit, erklärte Müller, auch mit Blick auf den 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer. Und damit das so bleibe, müsse man auch dafür sorgen, dass die Stadt bezahlbar bleibe. Seine Koalition reagiere darauf unter anderem mit dem Mietendeckel, meinte Müller. „Aber das wichtigste Instrument bleibt der Neubau“, erklärte er.

Zuvor hatte Müller bei einer Podiumsdiskussion mit VBKI-Präsident Markus Voigt und Morgenpost-Chefredakteurin Christine Richter bereits betont, dass der geplante Mietendeckel den Mietern in der Stadt zunächst eine „Atempause“ verschaffen solle, bis man mit dem Neubau aufgeholt habe.

Er widersprach aber dem Eindruck, dass die Linkspartei daran arbeite, Berlin zu einer sozialistischen Modellstadt zu machen. Um die Neubauziele zu erreichen, seien auch private Investoren nötig. „Wir brauchen Bündnispartner“, sagte der Regierende Bürgermeister.

VBKI-Präsident Markus Voigt sagte bei seiner Rede, dass sich mit Blick auf die Mission des Vereins auch 140 Jahre nach der Gründung nichts geändert habe. „Es ging und geht auch heute noch darum, aus einer starken Verbundenheit heraus die Stadt und ihre Zukunft mitzugestalten“, sagte Voigt. Das sei heute nötiger denn je.

„In diesen Zeiten des schnellen Wandels und bisweilen mehr als irritierender Politikgestaltung müssen wir uns als Unternehmer, Bürger und Fans dieser Stadt zivilgesellschaftlich organisieren“, erklärte Voigt weiter.

Der VBKI soll künftig aber noch stärker als bislang auch als Impuls- und Ideengeber wahr- und ernstgenommen werden, so Voigt.

Den Mietendeckel kritisierte er scharf. „Wer Spekulation und Preisdruck bekämpfen will, muss das Übel bei der Wurzel packen und den Mangel beseitigen“, betonte Voigt. Politrezepte von gestern würden da nicht weiterhelfen. Sondern Neubauten.

Bis zum späten Abend feierten anschließend rund 750 Gäste ausgelassen. Dabei waren unter anderem Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne), der Fraktionschef der SPD im Berliner Abgeordnetenhaus Raed Saleh und CDU-Landeschef Kai Wegner.

Ebenfalls zu den Gästen zählten BVG-Chefin Sigrid Nikutta, Wasserbetriebe-Vorstandschef Jörg Simon, BR-Volleys-Manager Kaweh Niroomand und Wall-Geschäftsführer Patrick Möller.