Johanna-Eck-Schule

Streit und Protest wegen Neustart als Gemeinschaftsschule

Rund 20 Menschen protestierten für die umstrittene beurlaubte Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt.

Das Portal der Johanna-Eck-Schule

Das Portal der Johanna-Eck-Schule

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Rund 20 Lehrer, Eltern und andere Mitunterstützer der Johanna-Eck-Schule in Tempelhof versammelten sich am Freitagmittag vor der Senatsverwaltung für Bildung. Sie forderten die Aufhebung der Beurlaubung ihrer Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt, die in der vergangenen Woche durch Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) abberufen worden war.

Zuletzt hatten über 20 Lehrer die Schule verlassen, auch das Team der Sozialarbeiter hatte kurzfristig die Zusammenarbeit aufgekündigt. Hintergrund waren weit auseinanderliegende Vorstellungen über das Konzept der Schule. Nun soll der Schule als Gemeinschaftsschule ein Neustart ermöglicht werden – mit einer neuen Schulleitung.

Dagegen hatte sich Protest geregt. 300 Unterschriften hatte man kurzfristig von Johanna-Eck-Schülern gesammelt, die sollten nun an diesem Freitag der Senatorin übergeben werden. Doch die Art, die Unterschriften einzusammeln, war umstritten – die Schüler wurden offenbar zu einer Unterschrift gedrängt. Deshalb mussten die Unterschriftenbögen zerrissen werden. Und auch so fand sich kaum ein Schüler zur Demo nahe des Alexanderplatzes ein.

Diverse Vorgänge an der Schule sorgten für Aufsehen

„Ich bin heute als Mutter hier“, sagte Barbara Ganske, die zur Demonstration aufgerufen hatte. „Frau Özhan-Erhardt ist der Motor der Schule. Wenn sie nicht bald zurückkommt, dann werden auch die neuen Lehrer gehen.“ Sie habe Angst, dass die Schule nun endgültig ihren guten Ruf verspielt.

In den vergangenen Monaten war die Johanna-Ecke-Schule verstärkt in der Presse. Es ging um Rassismus-Vorwürfe, einen versteckten Tresor, angebliche geheime Konten und falsche Schülerzahlenangaben, die alle aus der Zeit vor der Schulleiterin Mengü Özhan-Erhardt stammen sollten. Allerdings scheint sich alles geklärt zu haben, gegen keinen der ehemaligen Lehrer wird disziplinarrechtlich vorgegangen, hieß es am Freitag aus der Senatsverwaltung für Bildung.