Maifeld

14. Pyronale bietet Lichtspektakel zur Musik von Steve Last

Steve Last ist der Neffe von Entertainer James Last. Er hat die Musik eigens für die Pyronale komponiert. Sie beginnt am Freitag.

Beschreibung anzeigen

Berlin. Auf dem Rasen des Maifelds am Olympiastadion stehen Batterien voller Feuerwerkskörper. Seit Dienstag bereiten sich die Teilnehmer der Pyronale auf den Wettkampf vor. Das Spektakel wird weithin zu sehen sein. Farbige Fontänen, Kreise und vielfältige Figuren erscheinen am Himmel über dem Maifeld.

Bereits zum 14. Mal findet die Pyronale in Berlin statt. Am 30. und am 31. August zeigen Feuerwerker aus sechs Ländern ihr Können. Am Freitag sind die Shows von Hamex aus Slowenien, von Surex aus Polen und von Fireworks Martarello Ramos aus Mexiko zu sehen.

Am Sonnabend treten das niederländische Team Heron Fireworks sowie Pyro Events aus Rumänien und North Star Fireworks aus Norwegen gegeneinander an. „Das sind sechs der weltbesten Mannschaften“, sagt Gerhard Kämpfe, künstlerischer Direktor der Pyronale. Fünf Teams waren Pyronale-Sieger aus den vergangenen Jahren. Surex nimmt bereits zum fünften Mal teil. „Symphony of Colors“ heißt die Show des polnischen Teams. Das norwegische Team, erst vor vier Jahren gegründet, zeigt die Choreografie „A Tale of Joy“.

Jeder Wettbewerbsbeitrag ist etwa 15 Minuten lang und besteht aus Pflicht und Kür. Zur Pflicht gehören ein einminütiges Feuerwerk ohne Musik und in den vorgegebenen Farben Violett und Silber sowie eine vier Minuten lange Choreografie zum Musikstück „Jupiter’s Path“. Es wurde von Steve Last, dem Neffen des Entertainers James Last, für die Pyronale 2019 komponiert. In der Kür zeigen die Teams zehn Minuten lang ein Feuerwerk in eigener Gestaltung zu populärer klassischer Musik. Es erklingen mindestens drei verschiedene Kompositionen aus einer Auswahl, die die Veranstalter vorgegeben haben.

Lesen Sie auch: Feuerwerker malen in den Nachthimmel

Pyronale in Berlin: Das Publikum kann per Handy über Tagessieger abstimmen

Am 30. und 31. August wird der jeweilige Tagessieger geehrt, am 31. August auch der Gesamtsieger. Es gibt eine Kreativjury, der Sänger Roland Kaiser, Unternehmer Daniel Wall und Erlebnis-Gastronom Hans-Peter Wodarz angehören. Vorsitzender ist der Scorpions-Gründer Rudolf Schenker. Auch eine Fachjury gibt ihr Urteil ab. Sie bewertet Kreativität, Vielfalt der Farben und Effekte. Auch die exakte Synchronität zur Musik spielt eine Rolle. Abzüge gebe es bei Knalleffekten, sagt Gerhard Kämpfe.

Das Publikum kann an beiden Abenden per Handy über den Tagessieger abstimmen. Dieses Votum geht mit 30 Prozent Gewichtung in die Gesamtwertung ein. Der Gesamtsieger erhält einen Pokal, entworfen von Jette Joop, und ein Preisgeld von 3000 Euro. Alle Mannschaften erhalten eine finanzielle Unterstützung, um beim Wettbewerb in Berlin antreten zu können. Der Aufwand für die Feuershow liege für jede Mannschaft bei mehreren Zehntausend Euro, so Gerhard Kämpfe. „Die Pyronale ist für sie ein wichtiges Ereignis, bei dem sie sich mit anderen vergleichen können.“

Für die Zuschauer am Maifeld entfalten sich Bilder in der Luft, die laut Kämpfe bis zu 100.000 Quadratmeter groß sind. Wichtig sei, „dass die Musik im selben Tempo verklingt, wie das Bild verschwindet. Das sind Augenblicke, die extrem berühren.“ Viele Zuschauer hätten dabei Tränen in den Augen. Es sei „vanishing art“, so Kämpfe. „Ein verschwindendes Kunstwerk.“ Schirmherr der Pyronale und Vorsitzender der Gesamtjury ist Berlins Sportsenator Andreas Geisel (SPD).

Hintergrund: Wie Feuerwerker die Pyronale in Berlin vorbereiten

Spannende Effekte erwartet man vom slowenischen Team

An beiden Abenden sehen die Pyronale-Besucher zum Abschluss eine Feuershow vom Unternehmen Flash Art zur Musik „Lightdance“ von Steve Last. Flash-Art-Gründer Markus Katterle ist pyrotechnischer Direktor der Pyronale und gehört der Fachjury an. Er ist seit 13 Jahren bei der Pyronale dabei.

„Die gesamte Technik, um Feuerwerke zu schießen, ist im Laufe der Jahre sehr viel komplexer geworden“, sagt Katterle. „Es wird mehr mit Computertechnik gearbeitet. Der Aufwand ist höher geworden.“ Es gebe immer wieder neue, spannende Effekte. In diesem Jahr seien sie bei der Show des slowenischen Teams zu erwarten.

Jede Mannschaft hat etwa 1000 großkalibrige Feuerwerk-Bomben. Bis zu 10.000 Schuss aus kleineren Kalibern ergänzen das Programm. „Die Abschussrohre aus glasfaserverstärktem Kunststoff können wiederverwendet werden“, so Katterle. In diese Rohre werden die Feuerwerk-Bomben geladen, die mehrere Kilogramm schwer sind und die große Showeffekte erzeugen. Sie sind von mehreren, exakt geklebten Lagen Papier umhüllt.

Auch sogenannte Single Shots und Multiple Shots kommen bei der Pyronale zum Einsatz, außerdem kleinkalibrige Kometen und Batteriefeuerwerke. Beim Aufbau muss jeder Handgriff sitzen, denn Proben können die Pyrotechniker nicht. Alle Feuerwerks-Effekte seien hinsichtlich der Sicherheit geprüft, sagt Markus Katterle.

Mehr als 40.000 Besucher werden zur Pyronale erwartet. Bis zu 7000 Gäste aus aller Welt reisen eigens für das Event nach Berlin. In mehr als 120 Länder werde die Pyronale übertragen, so Gerhard Kämpfe. Sie sei weltweit einzigartig. „Wir freuen uns, dass wir eine Veranstaltung kreieren durften, die dem Wohl des Landes Berlin dient.“

Pyronale 2019 in Berlin: Hier gibt's Karten

Die Pyronale findet statt am Wochenende, 30. und 31. August auf dem Maifeld am Olympiastadion und beginnt jeweils ab 20.45 Uhr. Der Einlass ist am Ost- wie am Südtor, beide Tage bereits ab 18.30 Uhr. Die Tagestickets ab 29 Euro werden angeboten an Vorverkaufsstellen, unter der Tickethotline 01806/999 000 909 oder im Internet auf www.ticketmaster. de.

Die Abendkassen am Süd- und Osttor sind an beiden Veranstaltungstagen von 16 bis 21 Uhr geöffnet. Die Feuerbilder können Dimensionen von 300 mal 300 Metern erreichen, also eine Gesamtgröße von bis zu 90.000 Quadratmetern – mit einem dreidimensionalen Durchmesser einzelner Feuerwerkskörper von bis zu 150 Metern.