Friedrichshain

Eigentümer der Rigaer 94 kritisiert den Bezirk

Rund um das Haus an der Rigaer Straße 94 kommt es seit Jahren zu Angriffen auf Polizisten. Nun meldet sich der Eigentümer zu Wort.

Der Eingang zum Haus Nr. 94 in der Rigaer Straße.

Der Eingang zum Haus Nr. 94 in der Rigaer Straße.

Foto: Paul Zinken / dpa

Berlin. Seit Jahren versucht der Senat herauszufinden, wer der Eigentümer der Rigaer Straße 94 ist. Erst kürzlich hatte Innensenator Andreas Geisel (SPD) gesagt, dass der Eigentümer des Hauses sich verberge. Was dem Senat seit Jahren nicht gelingt, hat nun ein Filmteam des RBB geschafft. Sie haben den Eigentümer der Rigaer Straße 94 ausfindig gemacht und interviewt. Der Mann wohnt in Berlin – und er fühlt sich vom Senat allein gelassen.

In dem Beitrag erhebt der Eigentümer schwere Vorwürfe an die Politik und die Polizei. Dem Bezirk wirft er vor, ihn im Stich gelassen zu haben. Der Polizei wirft er vor, dass sie sein Hilfeersuchen abgelehnt habe. So sei etwa bei einer Begehung 2018 festgestellt worden, dass Brandschutz-Vorschriften nicht eingehalten worden seien, die Situation vor Ort gar lebensgefährlich sei.

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Im Wesentlichen geht es um die Durchgangstür zum Hinterhaus. Die ist von den Bewohner verbarrikadiert worden. Bei einem Brand wäre das eine Todesfalle. Die Feuerwehr käme nicht hindurch. Selbst Nebenhäuser wären in Gefahr. Der Eigentümer bat den Bezirk, das schriftlich zu bestätigen, weil er das für eine Vorsprache bei der Polizei benötige.

Doch nichts geschah. Wenig später wendete der Eigentümer sich trotzdem an die Polizei. Doch auch die wiegelte ab. Ein Schutzersuchen lehnte die Behörde ab. Das bestätigen Unterlagen, die dem RBB vorliegen und die die Berliner Morgenpost einsehen konnte. Brandschutzarbeiten seien nur im Einvernehmen mit den aktuellen Besitzern möglich oder nach richterlichem Beschluss, heißt es darin.

Eigentümer der Rigaer 94: „Wir werden eigentlich im Stich gelassen“

Der Eigentümer, der im RBB-Beitrag anonym bleibt, sagt: „Es ist belastend. Wir bitten die Polizei um Hilfe. Nachweislich. Wir bitten das Bezirksamt um Hilfe. Nachweislich. Und wir werden eigentlich von denen im Stich gelassen. Es interessiert keinen.“

Und auch die Hausbesetzer haben offenbar kein Interesse an Gesprächen. Und das, obwohl der Eigentümer ihnen nach eigenen Aussagen einen Mietvertrag unterbreitete, der deutlich unter dem Mietspiegel für Berlin liegt. „Aus meiner Sicht versuchen wir, die Immobilie in eine ordentliche Wohnimmobilie zu moderaten Mieten umzuwandeln. Diesbezüglich gab es 2016 an den gegnerischen Anwalt ein Angebot. Der Vorschlag wäre, dass auch die besetzen Wohnungen einen Mietvertrag bekommen in Höhe von drei bis vier Euro pro Quadratmeter zuzüglich Nebenkosten.“

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