Mietendeckel

Hamburg baut mehr Wohnungen als Berlin

Rund 16.700 Wohnungen wurden in Berlin fertig. Anderen Städten gelingt es aber, noch mehr zu bauen.

Kritik an geplanter Mietgrenze in Berlin

Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) stößt mit ihrem Entwurf zum Mietendeckel auf massive Kritik.

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Die Initiative der Berliner Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), die Mieten in der Hauptstadt nicht nur auf dem jetzigen Niveau einzufrieren, sondern auch auf das Niveau von 2011 zurückzuführen, wird in anderen Ballungsräumen mit Interesse beobachtet. Die Mieten sind nämlich in vielen Großstädten gestiegen, wenn auch nicht so stark wie in Berlin.

Das liegt aber auch daran, dass andere Städte – wie zum Beispiel Hamburg – deutlich mehr gebaut haben als Berlin.

16.700 Wohnungen sind in Berlin entstanden

In Berlin sind im vergangenen Jahr zwar drei Mal so viele Wohnungen entstanden wie vor zehn Jahren. Rund 16.700 Wohnungen wurden fertig, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Anderen Metropolen gelingt es aber, angesichts steigender Mieten noch mehr zu bauen als die Hauptstadt: In Hamburg wurden im vergangenen Jahr 58 Wohnungen je 10.000 Einwohner fertig, in München 53 und in Frankfurt 47, wie ein Vergleich örtlicher Statistiken durch die Deutsche Presse-Agentur ergab.

Berlin liegt bei 46 neuen Wohnungen je 10.000 Einwohnern zwar deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 35. Das ist aber nur halb so viel wie im Rekordjahr 1997. Damals löste der bevorstehende Umzug der Bundesregierung von Bonn an die Spree einen Bauboom aus.

Heute müsse die Stadt noch aufholen, machte der Immobilienexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), Michael Voigtländer, deutlich. Er kritisierte, es gebe in der Stadt keinerlei Rückenwind für Investoren. „Da wird die Wirtschaft zunehmend verschreckt“, sagte Voigtländer und verwies auf die Enteignungsdebatte und den geplanten Mietendeckel. Hinzu kämen lokale Proteste gegen Bauprojekte. „Die Bevölkerung ist gegen den Wohnungsbau.“

Düsseldorf, Hamburg und Frankfurt seien inzwischen aber in der Lage, ihren Bedarf nach und nach zu decken, sagte Voigtländer. Dort dürfte sich der Wohnungsmarkt im nächsten Jahrzehnt entspannen. Was für Mieter bedeuten würde: Mietsteigerungen nur noch in Höhe der allgemeinen Teuerung und nicht mehr um fünf, sechs oder sieben Prozent im Jahr.

Der SPD-geführte Senat der Hansestadt hatte sich stets gegen Forderungen auch der oppositionellen Hamburger Linken gewandt, einen Mietendeckel einzuführen. Hamburgs Stadtentwicklungssenatorin Dorothee Stapelfeldt (SPD) wies dieses Ansinnen zurück. Für Hamburg sei das „nicht der richtige Weg“. Der rot-grüne Senat habe bereits zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um den Wohnungsmarkt zu entspannen. Bürgermeister Peter Tschentscher ist der Ansicht, Wohnungsneubau sei entscheidend, um den Anstieg der Mieten zu stoppen.