Prozess in Berlin

Mann missbraucht Tochter der Partnerin und filmt die Taten

Der 58-Jährige legte vor Gericht ein Geständnis ab. Er habe bei dem jahrelangen sexuellen Missbrauch jede Hemmung verloren.

Eingang des Kriminalgerichts Moabit

Eingang des Kriminalgerichts Moabit

Foto: Fabian Sommer / dpa

Berlin. Ein 58-Jähriger, der die Tochter seiner Ex- Lebensgefährtin über Jahre hinweg missbraucht haben soll, hat vor dem Berliner Landgericht ein Geständnis abgelegt. Er gab auch zu, kinderpornografische Videos von dem Mädchen gedreht zu haben. Seine Handlungen seien „verabscheuungswürdig“, erklärte der Mann am Montag zu Prozessbeginn. Das Mädchen war laut Anklage bei den ersten sexuellen Übergriffen etwa vier bis fünf Jahre alt.

Dem Mann aus Spandau, der seit fünf Monaten in Untersuchungshaft sitzt, werden sieben Fälle in der Zeit von 2011 bis 2016 zur Last gelegt. „Sämtliche Taten nahm er mit einer im Raum aufgestellten Kamera auf“, heißt es in der Anklage. „Die Aufnahmen schnitt er zu insgesamt mindestens 669 Videos zusammen.

“Der nicht vorbestrafte Angeklagte sagte, er habe die Unwissenheit des Mädchens ausgenutzt. Eine pädophile Neigung liege bei ihm aber nicht vor. Er habe die Übergriffe, zu denen es bei Besuchen des Mädchens gekommen sei, gefilmt und „jede Hemmung verloren“. Inzwischen schäme er sich „abgrundtief“.

Die bei der letzten Tat zehnjährige Schülerin hatte sich den Angaben zufolge schließlich ihrer Mutter offenbart. Der Prozess wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Herstellung kinderpornografischer Schriften wird am 29. August fortgesetzt.