Zoo

Warten auf das Pandababy – ab sofort hinter den Kulissen

Meng Meng bleibt im Innengehege bis zu einer möglichen Geburt. Es wäre das erste Pandababy in Deutschland überhaupt.

Hier war sie noch zu sehen: Panda-Dame Meng Meng ist hoffentlich guter Hoffnung

Hier war sie noch zu sehen: Panda-Dame Meng Meng ist hoffentlich guter Hoffnung

Foto: Paul Zinken / dpa

Das Gehege von Panda-Dame Meng Meng ist am Donnerstagmittag leer. „Der Bär hat sich nur versteckt“, sagt ein Vater zu seinem Sohn und lässt seinen Blick über Wiesen, Büsche und Kletterbäume gleiten. Kein Großer Panda, nichts.

Beim Umdrehen entdeckt er das Schild, das an der Glaswand angebracht wurde. Darauf steht: „Unsere Panda-Dame Meng Meng ist möglicherweise trächtig und wird ihre Zeit bis zu einer möglichen Geburt vorzugsweise hinter den Kulissen verbringen.“ Jetzt wird ihm klar, dass er vergeblich gesucht hat. Aber es gibt ja noch Jiao Qing – Vater und Sohn gehen zu dem Panda-Männchen, das faul auf den Steinen liegt.

Es wäre das erste Pandababy in Deutschland überhaupt

Die Hormonwerte, das Verhalten, das Ultraschallbild – alles lässt darauf hoffen, dass Berlin den ersehnten Panda-Nachwuchs bekommt. Es wäre das erste Pandababy in Deutschland überhaupt.

Reproduktionsexperten aus China und Belgien sind angereist, um den Zoo zu unterstützen. In der vergangenen Woche sprach Zoo-Direktor Andreas Knieriem von einer 85-prozentigen Wahrscheinlichkeit, dass Meng Meng trächtig ist.

Eine weitere Untersuchung ließ sich die Pandadame nicht gefallen

Doch die Ankündigung, schon we­nige Tage später nicht nur einen knapp 30 Millimeter großen Schatten auf dem Ultraschallbild sondern auch die Herztöne präsentieren zu können, erfüllte sich nicht.

Meng Meng, so die Erklärung aus dem Zoo, mache bei der Ultraschalluntersuchung nicht mehr mit. Sie sei unwillig und lasse keinen an sich ran. Da helfe auch kein Leckerli. Möhren und Äpfel – das alles interessiere sie nicht.

Derzeit verlässt man sich auf die Hormonwerte

Das könnte den Verdacht erhärten, dass sie Nachwuchs erwartet. Denn Pandas fressen sich nach der Paarung einige Kilogramm an und stellen kurz vor der Geburt die Nahrungsaufnahme ein. Zu weiteren Untersuchungen ist es bislang nicht gekommen.

„Wir gönnen Meng Meng nach wie vor eine Ultraschall-Pause und verlassen uns auf die Hormonwerte“, sagte Zoosprecher Maximilian Jäger am Donnerstag. Am kommenden Wochenende solle noch einmal ein Versuch unternommen werden. „Aber wir gehen fast davon aus, dass sie sich auch dann nicht zu einem Ultraschall bewegen lässt“, so Jäger.

Tiere werden für Untersuchungen trainiert

Tiere werden heute darauf trainiert, bei kleineren medizinische Untersuchungen mitzumachen. Zähne anschauen, Blut abnehmen oder ein Ultraschall – dafür wurden sie früher oft unter Narkose gelegt. Das macht man nicht mehr.

Meng Meng war immer sehr eifrig beim Training dabei, weil sie dann die Aufmerksamkeit und die Leckerli bekam, die sie einforderte. Dass sie keinen mehr an sich heranlässt, deutet auf eine große Verhaltensänderung hin.

Vier Monate dauert die Tragzeit bei Pandas, wobei es nach der Paarung zu einer längeren Keimruhe kommt. In dieser Zeit entscheidet sich, ob es zu einer Trächtigkeit kommt. Aufschluss darüber geben die Hormonwerte. Allerdings können sie auch auf eine Scheinträchtigkeit hinweisen.

Bei Meng Meng wird eine Zwillingsschwangerschaft vermutet

Pandas bringen oft Zwillinge auf die Welt, auch bei Meng Meng wird das vermutet. Etwa 80 bis 200 Gramm wiegt das Jungtier, nach einem halben Jahr hat es ein Gewicht von zehn Kilogramm erreicht. Etwa 18 Monate bleibt das Junge bei der Mutter.

Vor dem Schild am Meng Mengs Gehege ist ein junges Pärchen angekommen. Sie liest laut und sagt dann: „Na, das glaube ich erst, wenn das Pandababy da ist.“ Eine etwa Zehnjährige ist da zuversichtlicher: „Wenn das stimmt, dann haben wir bald süße Pandas“, ruft sie.